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STROMAE - Racine Carrée

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Artist STROMAE
Title Racine Carrée
Label UNIVERSAL
Leserbewertung
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6.4/10 (10 Bewertungen)

Belgien ist wohl nicht unbedingt das Land, das man direkt mit treibenden Dance-Sounds in Verbindung bringt. Wird dann auch noch auf Französisch gesungen, verortet man den Künstler leicht ins benachbarte Frankreich. Tatsächlich ist Paul van Haver, besser bekannt als STROMAE, jedoch in der Heimat von Tim & Struppi zuhause. 2009 stürmte der belgisch-ruandische Rapper und Musikproduzent mit dem Electro-Gassenhauer „Alors on danse“ den europäischen Dancefloor, im darauffolgenden Sommer folgte die erste, ebenfalls sehr erfolgreiche Langrille „Cheese“, der sich jetzt ein weiterer Kassenschlager aus der Hitschmiede des 28-jährigen anschließt.

„Racine carrée“ – Quadratwurzel – heißt der Silberling, von dem bereits zwei Singles ausgekoppelt wurden. Mit „Formidable“ löste sich STROMAE in Belgien selbst von der Chartspitze ab, wo er zuvor schon mit „Papaoutai“ residierte. Dem letztgenannten Tanzflächenfüller hört man die Ernsthaftigkeit seines Textes nicht unbedingt an, doch ist vieles, was beim ersten Hören schlicht gut gelaunt klingt, durchaus mit einem tieferen Sinn behaftet. So thematisiert der Musiker in diesem Song die innere Suche nach seinem Vater, der Opfer des Völkermordes in Ruanda wurde. Zuvor geht bereits der treibende Opener „Ta fête“ mit viel Schmackes ins Bein. So in Stimmung gegroovt“, rappt sich STROMAE mit dem Electro-Frickler „Bâtard“ ordentlich in Rage und kombiniert wie im Falle von „Ave Cesaria“ oder auch „Tous les mêmes” durchaus auch mit dezenten Tango- und Latino-Anleihen. An dieser Stelle wird gleichzeitig auch das Tempo ein wenig gedrosselt und weichen die elektronischen Einflüsse orchestralen Anteilen, bevor mit „Moules Frites“ verfremdete Calypso-Sounds auf den Plan treten und „Carmen“ die Oper von Georges Bizet verwurstet. Deutlich sperriger kommt da „Humain à l’eau” mit kantigem Sprechgesang und dubbigen New-Beat-Melodien ums Eck, während das ruhige „Quand c’est ?” in Trip-Hop-Gefilde abtaucht. Das eingängige „Sommeil“ macht erneut Tempo und auch das weitgehend instrumentale „Merci“ lässt sich nicht lang bitten, bevor „avf“ zum letzten Rhythmus-Overkill ruft.

Ich gestehe, dass die französische Sprache nicht unbedingt mein Favorit ist, nicht umsonst habe ich in der Schule Latein gewählt. Gleichzeitig muss ich Monsieur STROMAE jedoch lassen, dass er sein Handwerk versteht und mit „Racine carrée“ ein abwechslungsreiches Dance-Album vorlegt, das den Erfolg des Debüts zweifellos fortsetzen wird.

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