Band Filter

STUCK MOJO - Southern Born Killers

VN:F [1.9.22_1171]
Artist STUCK MOJO
Title Southern Born Killers
Homepage STUCK MOJO
Label NAPALM RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.0/10 (3 Bewertungen)

Manchmal legt man eine CD ein und hat prompt das Gefühl, dass die letzten zehn Jahre musikalisch nicht passiert wären. Bei STUCK MOJOs neuestem Output „Southern Born Killers“ verhält es sich so. Aber als Erstes kam mir in den Kopf: Verdammt haben A.D. eine neue Scheibe draußen?! Denn die Raps auf dem Einstiegs-Track „I´m American“ klingen verdammt nach der, damals wenig beachteten, aber für mich sehr bedeutsamen Rap-Rock-Band.

Aber zurück zu STUCK MOJO: Die Platte ist bei weitem nicht neu, denn sie stand 2006 auf der Bandeigenen Website zum Download bereit. Die Band unterschrieb Ende 2007 bei Napalm Records und nun widerfährt der Scheibe ein nochmaliger Release, welcher um drei Bonus-Tracks erweitert wurde. Und was man gleich vorne weg konstatieren muss: Die Production-Skills von Andy Sneap (ARCH ENEMY, EXODUS, INTO ETERNITY) sind hier in full-effect. Die Scheibe klingt von vorne bis hinten rund und poliert, selbst die Beats und Soundspielereien sind auf allerhöchstem Niveau. Dennoch haben die Crossover-Veteranen, die schon seit 1989 ihr Unwesen treiben und dessen einziges Mitglied aus den Anfangstagen Gitarrist Rich Ward ist, auf dieser Scheibe nicht alles richtig gemacht. Der Titeltrack kommt mit seiner KID ROCK goes „Cop Killer“ Attitüde doch ein wenig mehr als altbacken herüber. Gerettet wird der Track aber von den coolen weiblichen Soul-Backing-Vocals. Auf „Metal is dead“ kotzt sich Sänger „Lord Nelson“ über die neuen Bands in der Metal-Szene aus, die alle gleich klingen und nur Rip-Offs wären. Da kommt eher ein Gefühl, des „Verdammt! Warum will uns keiner mehr hören!“-Lamentierens herüber. Der wahre Knackpunkt ist aber natürlich das zu Recht höchst umstrittene „Open Season“ mit dem dazugehörigen Prelude „For the cause of Allah“. Wie hier gegen den Islam gewettert wird, musste natürlich kontrovers aufgenommen werden. Bei aller Verständlichkeit der Beweggründe der Band, bin ich dennoch der Meinung, dass man einen solch komplizierten Sachverhalt wie Terrorismus und eine mögliche Gefahr durch den Islam nicht in einem drei Minuten Rock-Song schlüssig darstellen kann. Als Band begibt man sich auf dünnes Eis und muss sich nicht wundern, wenn Youtube dem einen Riegel vorschiebt. Textprobe gefällig?

„I see you, Hell yeah I see you, Motherfucker naw, I don’t wanna be you, If you come to my place, I’ll drop more than just some bass, Yo you’ll get a taste of a, Sick motherfucker from the Dirty, I ain’t worrying not a fucking bit, I’m telescoping like Hubble, Yo you in trouble, Yo on the double, I’m wild with mine, Bring that style with mine, Fuck with my family I’ll end your life, Just the way it is, Just the way it be, Do you understand? No matter if you’re woman or man, or child, My profile is crazy, That shit you do doesn’t amaze me, I’m ready to blaze thee”

Das Ganze gibt einer eigentlich überzeugenden Platte einen etwas faden Beigeschmack. Denn Tracks wie „The Sky is falling“, welches wirklich unverschämt poppig daher kommt (inklusive „Cry me a river“ Strings), „Yoko“ und dem hittigen „Home“ können auch heute noch überzeugen. Zu den neuen Songs kann ich nichts sagen, da diese auf der Promo-CD nicht enthalten waren.

Da der Metal aber fast komplett aus dem Soundbild verschwunden ist, frage ich mich, wer heute noch Zielgruppe der Band sein soll? Nichtsdestotrotz ein überzeugendes Spätwerk, welches mit einigen richtig guten Songs aufwarten kann. „Open Season“ versaut der Scheibe aber leider einiges an Anspruch. Den Menschen bei „Politically Incorrect“ wird’s freuen. Brrr…

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

STUCK MOJO - Weitere Rezensionen

Mehr zu STUCK MOJO