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STUERTZ - So lang es ohne Luftholen geht

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Artist STUERTZ
Title So lang es ohne Luftholen geht
Homepage STUERTZ
Label SOPOT RECORDS
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

Bereits mit süßen 14 Jahren widmete sich Bandnamensgeber Sebastian Stuertz im heimischen Steinhude der elektronischen Musik, die er vermittels eines C 64 schuf. Es folgten Wave Rock, punkiger Pop, Mexiko Ska, elektronischer Instrumentalmusik, Electroswing und irgendwann auch der STUERTZ-Sound, der seit 2002 gemeinsam mit Frank Wörler (E-Piano & Synths), Alexander Blanke (Bass Percussion, Chor) und Andreas Fritzsche (Schlagzeug, Percussion, Chor) ausgetüfftelt wird. Nach einem Demo vor drei Jahren, kommt jetzt das Debüt der Hamburger in die Läden und von nirgendwo anders als aus der Hansestadt könnten die Jungs auch kommen, derart wie sie mit der Hamburger Schule verwoben sind.

Bei den ersten Akkorden der charmanten Single-Auskopplung „So lang so lang so lang“ weiß ich nicht so recht, ob ich jetzt mehr an DIE STERNE oder SELIG erinnert werde. „Du bist nicht allein“ ist ein kleines mit Pianoklängen veredeltes Kleinod, während „Kein Pferd“ auch ein wenig BLUMFELD durchblitzen lässt. Sympathische Selbstironie verrät das melodiöse „Schweden“ und auch „Haus auf dem Land“ gefällt mit eingängigen Rhythmen, die hier und da etwas brüchig rüberkommen. Zarte Gitarren machen „Zehn nach zehn“ aus, „Unbeweint“ braucht ein bisschen, um auf Touren zu kommen, dafür gibt „So wenig wie möglich“ deutlich mehr Gas, der Indie will ja auch mal tanzen! Zu solcherlei Betätigung taugt auch „Nichts davon ist wahr“, wenn man es nicht ganz so schweißtreibend mag. Slow Motion verspricht „Haus am Meer“, bevor „Wenn ich Dich nicht hätte“ den Brückenschlag zwischen REINHARD MEY und ELEMENT OF CRIME schafft.

Schöne Melodien treffen auf teilweise absurde Texte, die gar nicht erst für sich in Anspruch nehmen, weltbewegende Messages zu enthalten. Stattdessen gibt’s amüsante Alltagsepisoden, die inmitten perlenden Gitarrenpops bestens aufgehoben sind. Den letzten Schliff geben die wie zufällig eingestreute Klarinette bzw. Violine. Ein nettes Album für einen netten Urlaubstag oder ein vergammeltes Wochenende, das im Booklet für jeden Song ein eigenes Cover bereit hält.

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