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SUE - Home Philosophy

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Artist SUE
Title Home Philosophy
Homepage SUE
Label Z-MUSIC
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

SUE kommen aus Aurich in Ostfriesland und haben ihr Studio in einem stillgelegten Wassertank. Wie man sich das ganz genau vorstellen muss, weiß ich leider auch nicht, aber es scheint die Kreativität zu beflügeln, eine etwas andere Architektur um sich zu haben. Zumindest hat sich das Gründungsduo Skip Danko (Vocals) und Enno Lengert (E-Gitarre & Kontrabass), welches SUE vor sieben Jahren aus der Taufe gehoben hat, vom prägenden Punk aus Jugendtagen ganz deutlich in Richtung Elektro-Pop mit viel Melancholie entwickelt. Kein Geshoute und Gescreame mehr, stattdessen steht lieblicher Gesang auf dem Programm der inzwischen zum Quintett angewachsenen Band. Gitarrist Thilko Rassau ist so etwas wie der ruhige Pol der Kapelle und war auch derjenige, der in besagten Wassertank das Studio einbaute, in dem mittlerweile auch Milan East (Bass, Keys & Produzent der Scheibe) sowie Sebastian Maier als Live-Drummer, der zugleich Betreiber des Labels Z-Music ist, bei dem „Home Philosophy“ erschienen ist, rumtreiben.

Ein Rest Punk-DIY-Attitüde ist also geblieben, auch wenn der Sound mit dieser Musikrichtung herzlich wenig zu tun hat. Stattdessen gibt es gefühlvolle Popballaden mit einem dezenten elektronischen Korsett auf die Ohren. Gleich der Opener „This Is“ dient dafür als bestse Beispiel. Gelegentlich, so wie bei „Sad Place“, verlassen SUE auch mal ihre ruhigen Gefilde und geben deutlich mehr Gas, meistens wabern die Songs jedoch wie beim minimalistischen „I Woke Up“ oder „New York“ eher schwerelos aus den Boxen. Getragen wird der Sound ganz eindeutig von Skips Stimme, die stets in Falsett-Nähe unterwegs ist und beim elektrolastigen „Unsigned Hype“ zunächst verfremdet daherkommt. Klingt im ersten Moment nach Eurodance, entwickelt sich dann jedoch zu einer durchaus tanzbaren Indie-Nummer. Manchmal hört sich das Ganze auch nach Singer-Songwriter-Mucke an, etwa beim verträumten „Sail The Air“ oder dem ruhigen „Get Back On A Chain“, dann wird der Sound auch schon wieder mit etwas mehr Elektrogefrickel überzuckert („A Sun Light Please“ oder „Hamburg Is The Love“). Zu guter Letzt gibt’s mit „Freak“ noch einmal Ennos dunklen Kontrabass zu hören, während Skips betörende Stimme beinahe hingehaucht wirkt.

Vermutlich werden sich an der Stimmlage von Sänger Skip Danko die Geister scheiden, aber spätestens seit Felix Räuber, seines Zeichens Fronter bei POLARKREIS 18, erfreut sich die Kopfstimme immer größerer Beliebtheit. Wenn’s dann auch noch die passende musikalische Untermalung für sehnsüchtige, verzweifelte, melancholische, hoffnungs- und liebevolle Stimmungen braucht, ist das SUE-Debüt „Home Philosophy“ mit seinen zerbrechlichen Popballaden zweifellos eine gute Wahl.

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