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SUICIDAL ANGELS - Sanctify the Darkness

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Artist SUICIDAL ANGELS
Title Sanctify the Darkness
Homepage SUICIDAL ANGELS
Label NUCLEAR BLAST
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Die Thrash Metal Welle rollt und rollt wieder. Bei der griechischen Kombo SUICIDAL ANGELS handelt es sich erneut um einen Vertreter der Old School Gemeinschaft. Neugierig wird man schon, wenn man das große Lob aus berufenen Mündern wie Mille oder auch dem LEGION OF THE DAMNED Fronter Maurice auf der Nuclear Blast Media Page liest. Demnach müsste es sich hier um eine große neue Hoffnung handeln.

Mit neuen Thrash Bands ist das ja eine seltsame Sache. Mit keiner anderen Untersortierung ist innerhalb der Szene eine vergleichbare Heilserwartung verbunden. Dies mag daran liegen, dass außer der NWOBHM kein anderes Genre so sehr den Pioniergeist des Heavy Metal widerspiegelt und damit so sehr an die Goldenen Jahre erinnert, in der diese unsere Musik zu sich gefunden hat. Es kommt aber noch ein Zweites hinzu: auf ihrem Höhepunkt ist diese Szene in sich zusammen gefallen wie ein Kartenhaus, was sich an einigen Ereignissen festmachen lässt: Grunge – Der kometenhafte Aufstieg der PEARL JAMs, NIRVANAs, SOUNDGARDENs etc. wurde für den Thrash Metal in Aufmerksamkeit und Verkaufszahlen zum riesigen Rückschlag. Dazu die Abkehr der Szenehelden. Nahezu gleichzeitig veröffentlichten viele der ganz großen Bands Thrash Metal ferne Alben, deutlich gezähmte Alben, man denke nur an METALLICA mit ihrem Supermarktbeschaller „Nothing Else Matters“. Dem standen aber MEGADETH („Countdown to Extinction“) oder TESTAMENT („The Ritual“) nicht nach, lediglich der kalkulierte kommerzielle Erfolg war nicht so groß wie bei den Metallicats. Sicherlich ließen sich noch weitere Gründe aufzählen, dies hier aber nur am Rande. Entscheidend ist, dass im kollektiven Szenegedächtnis immer ein wenig der Eindruck verblieben ist, dass diese wundervolle Szene um eine ihrer schönsten Blüten betrogen wurde und dass man diese gefälligst wieder zu finden habe.

Dies ist soweit schön und in Ordnung. Es gibt aber ein kleines Problem: wie der Historiker weiß, lässt sich das Rad der Zeit nicht zurück drehen. Und damit komme ich zu den SUICIDAL ANGELS aus Griechenland. Diese haben sicherlich viel alte SODOM, alte KREATOR, (man denke sich einfach immer „alte“ davor) SLAYER, SEPULTURA und die ganzen anderen Frühachtziger Recken gehört. Und was sie dort gehört haben, spielen sie nun nach. Damit komme ich zum nächsten Problem und das ist nicht ganz so klein: Nachspielen alleine reicht nicht. Die SUICIDAL ANGELS sind keine chancenlosen No Future Kids aus dem Ruhrpott oder gar noch chancenlosere Favela Kids aus Belo Horizonte, die tagtäglich mit einem erdrückenden Wertekanon aus Familie und Umwelt konfrontiert werden und deren Angepisstheit dringendst ein Ventil braucht. Zwar mögen auch die Griechen angepisst sein (dafür kann es ja viele Gründe geben), aber dieses spezielle Lebensgefühl der frühen Thrash Metal Bands ist nicht so einfach aus der Grube zu locken. Ein weiteres Problemchen habe ich auch mit dem Nachdrehen ausgerechnet der ganz frühen Thrash Phase. Nicht ganz zufällig haben die genannten Bands gewaltige Sprünge in ihrer Musikalität gemacht und sind bis heute zu Recht sehr stolz darauf. Die musikalischen Ergüsse der ersten Alben waren der Tatsache geschuldet, dass sie es nicht besser konnten. Dies ist aber bei den SUICIDAL ANGELS sicherlich nicht der Fall.

Insgesamt also aus meiner Sicht eher ein kleines Missverständnis denn eine lohnenswerte Thrash Metal Revitalisierung. Wer Kontakt zu gutem Thrash auf der Höhe der Zeit aufnehmen will, sollte die tollen RUDE REVELATION oder auch die immer besseren EVILE anchecken.

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