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SUNGRAZER - Mirador

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Artist SUNGRAZER
Title Mirador
Homepage SUNGRAZER
Label ELEKTROHASCH
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Die sympathischen Holländer SUNGRAZER knüpfen mit ihrem aktuellen Werk „Mirador“ haargenau dort an, wo sie mit ihrem selbstbetitelten Debüt vor noch nicht allzu langer Zeit aufgehört haben. Dabei beschränken sie sich allerdings nicht auf eine billige Kopie ihrer selbst, sondern erschaffen viel mehr eine konsequente und gereifte Fortsetzung des Erstlings.

En detail heißt das, es gibt gut abgehangenen Stoner Rock in bestem KYUSS-Dröhn-Sound auf die Ohren. So weit, so gut, das ist nichts wirklich Originelles. Eigentlich. Im Falle von SUNGRAZER muss man jedoch hinzufügen, dass sie sich ihre eigene kleine Nische eingerichtet haben, in der sie nach Herzenslust ihrer Spiel-Leidenschaft frönen können. Das tun sie dann auch und kreieren dabei endlos weite Klangräume, die von tiefer innerer Ruhe zeugen. Diese Ruhe braucht es auch, denn nur sie macht es möglich, den eigenen Songs ausreichend Zeit zu geben, sich in ihrer vollen Gänze zu entfalten. Es scheint fast, als würden Machwerke wie der formidable Titelsong oder der Opener „Wild Goose“ von höchstselbst erlebten Astralreisen erzählen, so authentisch klingen sie, gleich einer großen Hand voll Sternenstaub in der Sierra Nevada. Oder ist es doch eine Wolke heißen Wüstensandes, die da, aufgewirbelt von wummernden V8-Motoren, durch den Orbit getrieben wird? Eigentlich egal, denn so oder so hat man das Gefühl, als hätte man es hier mit den Space Rockern schlechthin unter den Stoner-Fetischisten zu tun. Dazu passen auch die gekonnt eingestreuten Feedback-Geräusche und die angenehm süßlich riechenden Melodien, die gerade in den mehrstimmig intonierten Passagen besonders gelungen sind, und immer wieder Erinnerungen an die viel zitierten QUEENS OF THE STONE AGE hervor rufen.

All diese erwähnten Eigenschaften machen „Mirador“ als Ganzes zu einer sehr kurzweiligen Reise durch Raum und Zeit, in deren Verlauf man sich immer weiter vom heimischen Sofa entfernt. Und ehe man sich versieht, erklingt der Schlussakkord und hinterlässt eine wohlige Wärme und einen zufriedenen Gesichtsausdruck. Es verdient in meinen Augen absolute Bewunderung, wie eine junge Band bereits mit ihrem zweiten Album ein so hohes Maß an Eigenständigkeit erreichen kann, und das noch dazu in einem Genre, in dem das Rad schon lange nicht mehr neu erfunden wird. Die Messlatte für die Konkurrenz hängt dank SUNGRAZER jedenfalls einige Zentimeter höher.

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