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SVEN REGENER - Der kleine Bruder (Hörbuch)

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Artist SVEN REGENER
Title Der kleine Bruder (Hörbuch)
Homepage SVEN REGENER
Label ROOF MUSIC
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Endlich kommt der dritte Teil der Lehmann-Trilogie! Wobei dieser dritte Teil ja eigentlich der zweite ist, aber das macht nichts, schließlich ist der dritte Part auch vor dem ersten erschienen. Bekanntermaßen kam 2001 zunächst das Buch „Herr Lehmann“, bevor Sven Regener, neben seiner Schriftstellerei auch Frontmann bei ELEMENT OF CRIME, drei Jahre später mit „Neue Vahr Süd“ die Bremer Vorgeschichte von Frank Lehmann erzählte. Beide Bücher standen monatelang auf den Bestsellerlisten und sind auch als Hörbücher erhältlich. Außerdem wurde „Herr Lehmann“ in 16 Sprachen übersetzt und 2003 von Leander Haußmann mit Christian Ulmen in der Titelrolle verfilmt.

Was noch fehlte, war der Mittelteil, in dem geschildert wird, wie Frank Lehmann nach Berlin kam und den liefert der gebürtige Bremer und Wahl-Berliner Sven Regener jetzt nach. Neben dem guten alten Buch gibt es ganz zeitgemäß auch eine ungekürzte Autorenlesung mit fünf CDs, auf denen Regener in 5 Stunden und 24 Minuten in der ihm eigenen schnoddrigen Art sein neuestes Werk zum Besten gibt. Die Erstauflage enthält außerdem noch die hörenswerte Live-CD „Regener liest quer“ von der lit.COLOGNE 2008 – limitiert auf 5000 Exemplare.

Das Wichtigste ist natürlich der Inhalt, der sich in etwa so darstellt:
Berlin-Kreuzberg, November 1980: Im Schatten der Mauer gedeiht ein Paralleluniversum voller Künstler, Hausbesetzer, Kneipenbesitzer, Kneipenbesucher, Hunde und Punks. Bier, Standpunkte, Reden, Verräterschweine – alles ist da. Nur eins fehlt: Jemand, der alles mal richtig durchdenkt: Frank Lehmann aus Bremen. Nachdem seine WG dort vom Gesundheitsamt geschlossen wurde, das Zimmer bei seinen Eltern zum Fernseherreparieren benötigt wird und er nach kühnem Ausbruch aus dem Wehrdienst noch keinen Plan hat, fährt er erst mal nach Berlin – zu seinem großen Bruder Manni, der dort als Künstler lebt und eine große Nummer ist. Dachte er. Doch Manni ist weg. Weder sein Vermieter Erwin Kächele noch dessen Nichte Chrissie oder sein Mitbewohner Karl haben eine Ahnung, wo Manni steckt. Außerdem nennen sie ihn nicht Manni, sondern Freddie. Und haben sofort eine konkrete Idee davon, was Frank zu tun hat: Anstelle seines Bruders an einem kurzfristig anberaumten Krisenplenum teilnehmen.

Damit beginnt eine lange Nacht, in der Frank Lehmann lernt, dass in einer Welt, in der alle Künstler sein wollen, nichts notwendigerweise das ist, als das es erscheint, und in der er mehr über seinen Bruder erfährt, als er wissen will, aber nie das, wonach er fragt. Und mit einer Nacht ist es nicht getan, denn wie sagt Karl, der Typ, den Frank auf Anhieb nicht mag, und der sein bester Freund werden wird: „Das ist wie in der Geisterbahn. Jetzt sind alle eingestiegen, und der Bügel geht runter, und dann müssen das auch alle bis zu Ende mitmachen…“

Sprachlich wieder exzellent, wirft Sven Regener ein amüsantes Schlaglicht auf Lehmanns Ankunft in der geteilten Stadt an der Spree. Selbst Jahrgang 1961 wird der Schriftsteller und Musiker einige der dargestellten Episoden möglicherweise selbst so oder ähnlich erlebt haben. Zumindest erklärte er, dass er den Stoff für seine Geschichten nicht recherchiere, sondern aus seinem Gedächtnis schöpfe. Unterhaltsam ist Frank Lehmanns anfängliche Odyssee durch Berlin allemal und nachdem ich jetzt mitten im Thema bin, werde ich „Herrn Lehmann“ gleich mal wieder zur Hand nehmen, um mich zu erinnern wie die Geschichte weiterging.

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