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SVEN REGENER - Sven Regener liest quer: Die Köln-Lesungen (Hörbuch)

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Artist SVEN REGENER
Title Sven Regener liest quer: Die Köln-Lesungen (Hörbuch)
Homepage SVEN REGENER
Label ROOF MUSIC
Leserbewertung
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7.0/10 (3 Bewertungen)

Wer SVEN REGENER schon einmal live erlebt hat, weiß, dass seine Lesungen ganz besondere Abende sind. In der Kategorie »Bester Interpret« erhielt er 2012 zu Recht den Deutschen Hörbuchpreis für „Meine Jahre mit Hamburg-Heiner“. Auf der lit.COLOGNE 2008 hat er aus der „Herr-Lehmann-Trilogie“ (welche die Bücher „Herr Lehmann“, „Neue Vahr Süd“ und „Der kleine Bruder“ umfasst) gelesen; 2011, ebenfalls auf der lit.COLOGNE, aus „Meine Jahre mit Hamburg-Heiner –Logbücher“. Beide Lesungen wurden mitgeschnitten und wurden nun in einer Produktion zusammengefasst: „Sven Regener liest quer. Die Köln-Lesungen“.

Natürlich können die beiden CDs mit insgesamt zwei Stunden und 45 Minuten Spielzeit nur einen kleinen Einblick in die Bücher von SVEN REGENER geben, aber allein die Art und Weise wie der gebürtige Bremer seine Texte vorträgt, ist einfach wunderbar. Wenn er seinen Protagonisten Frank Lehmann über den „Kudamm“ laufen lässt, garantiert das mehr als einen Schmunzler und wie es im „Buddenbrocks“ in Bremen zugeht, ist ebenfalls von größtem Unterhaltungswert, wenn Regener davon berichtet. Da wird beim „großen Herr-Lehmann-Abend, anlässlich der „großen Herr-Lehmann-Wochen“ im „Herr-Lehmann-Jahr“ nicht nur die Fahrt von Bremen nach Berlin zur skurrilen Odyssee, sondern auch die Frage, was es mit dem „Tuba spielen“ auf sich hat, zum amüsant-hintergründigen Politikum. Gleiches gilt, wenn „Zivilbullen unter sich“ sind und es „Ouzo umsonst“ gibt, bevor es zu den Kollegen von „Arschart“ geht. Wobei es in der Tat einmal näher zu beleuchten wäre, warum es den Gratis-Schnaps erst zum Schluss und nicht auf Wunsch schon mittendrin gibt.

„Kung Fu“ hilft da vermutlich auch nicht weiter, aber vielleicht weiß Hamburg-Heiner, dem der zweite Silberling gewidmet ist und mit dem der Wahl-Hauptstädter Sven eine Art Telefon-Freundschaft pflegt, eine Antwort. Da macht es auch nichts, dass „Hamburg“ (wie ihn seine Freunde kurz nennen) eigentlich vom Bloggen nichts hält und Regener unbarmherzig auf Ungereimtheiten in seinen Internet-Texten aufmerksam macht. Hamburg-Heiner ist eine Institution, die über „Hunger in Berlin“ ebenso zu schwadronieren weiß wie über „Herrschaftswissen in Osnabrück“. Wer hätte auch gedacht, dass ausgerechnet hier der Weisheit letzter Schluss liegt, was den richtigen Takt von „O Tannenbaum“ angeht? Zur Höchstform laufen die beiden allerdings bei der „Schlacht bei Königgrätz revistited“ auf. Hier wird nicht nur überlegt, ob man Österreich als Wiedergutmachung Schleswig-Holstein zuschlagen sollte, auch über Sachsen wird gleich einmal nachgedacht, wobei sich die Ösis sicherlich noch einmal in sich gehen dürften, ob der direkte Zugang zur Nord- und Ostsee es wert ist, die Schulden der HSH-Bank zu übernehmen. Großartig auch die Beschreibungen deutscher Großstädte, wie der „Versuch über Berlin“, mit denen die deutschen Hotspots den Bewohnern der Alpenrepublik auf sehr spezielle Weise näher gebracht werden.

Die Bücher sind ohne Zweifel sehr lesenswert, wenn der Autor jedoch selbst in der ihm eigenen und unnachahmlichen Art vorliest, toppt das den Genuss noch einmal in erheblichem Maße. Inklusive Versprecher und Lachflash des Schriftstellers.

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