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SWISS UND DIE ANDERN - Große Freiheit

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Artist SWISS UND DIE ANDERN
Title Große Freiheit
Homepage SWISS UND DIE ANDERN
Label MISSGLÜCKTE WELT
Leserbewertung
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9.7/10 (9 Bewertungen)

Hinter SWISS UND DIE ANDERN steckt der Hamburger SWISS, der bereits seit 2005 deutschsprachigen Rap macht. Nachdem im vergangenen Herbst die EP „Schwarz – Rot – Braun“ erschienen ist, folgt jetzt die Langrille „Große Freiheit“ – ebenfalls auf dem eigenen Label Missglückte Welt.

„Der Scheiß is’ live“ verspricht der Hanseat mit alpenländischen Wurzeln im ersten Song und skandiert wenig später, dass der „Punk zurück“ sei. Schnell noch ein paar spoken words mit einem „Seemann“ und schon darf die „Große Freiheit“ grölend abgefeiert werden. Einen Mix aus Hip Hop, Punkrock, Ska, NDW und 70er Jahre Politrock serviert auch „Fick mich“, das ebenfalls bestens geeignet ist, lauthals mitgegrölt zu werden – vor allem wenn man die Worte „Fick dich“ der passenden Person entgegenschleudern kann. „Claire“ ist einer unerreichbaren Liebe aus besseren Kreisen gewidmet, während das nachdenkliche „Herz aus Gold“ der lieben Frau Mama verehrt wird. Was die verwaschene „Mailboxx“-Ansage genau soll, erschließt mir nicht wirklich, aber gönnen wir dem Musiker die künstlerische Freiheit, vielleicht hat’s auch was damit zutun, dass er der „Generation Tablette“ angehört. Den Buddy-Song „Vermisse dich“ kennt man bereits von der Herbst-EP und hinter „Der Traum ist aus“ verbirgt sich natürlich ein Cover des gleichnamigen RIO-REISER-Tracks. „Immer noch“ ist ein verspielt-knackiges Liebeslied und für das vergleichsweise poppige „Für dich kämpfen“ konnte als Gast JOACHIM WITT gewonnen werden. „Kunst in Deutschland“ ist eine flammende Rede für die Freiheit und Grenzenlosigkeit von Kunst und Kultur, worauf für „Miau“ wieder die Instrumente sprechen dürfen und das tun sie abermals sehr fordernd. „Punkah auf Sri Lanka“ verlegt sich derweil auf entspannte Ska-Klänge, bevor auf der Zielgeraden mit „Asche zu Staub“ leise Melancholie auf dem Programm steht.

In der Hansestadt und in der HipHop-Community sind SWISS UND DIE ANDERN bereits eine feste Größe, jetzt wollen die Nordlichter mit „Große Freiheit“ auch den Rest der Republik mit harten Riffs, markanten Drums und poetischen Texten zur Eigenkreation Punk-Rap erobern. Der Zeitpunkt könnte gut dafür sein und das vorliegende Material weiß durchaus zu überzeugen.

1 Kommentar

  1. Popshot sagt:

    Kannte davor nur die „richtigen“ Rap-Sachen von ihm. Aber dieser Crossover ist auch gut. „Vermisse dich“ geht gut ins Ohr. Belohnt wurde die Arbeit übrigens mit einem Charts-Einstieg auf #44.

    Habe auch noch ein bisschen was dazu geschrieben im Platten-Sammelsurrium mit u.a. Äl Jawala und James Vincent McMorrow: http://popshot.over-blog.de/2015/02/januar-2015-das-platten-sammelsurium.html

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