| Artist | SYLMAR |
| Title | Matching Caskets |
| Homepage | SYLMAR |
| Label | STEM DISTRIBUTION |
| Leserbewertung |
SYLMAR sind ein Indie-Rock-Stoner-Jazz-Quintett aus Cincinnati, das das Rock-Genre seit 2016 mit unkonventioneller Energie neu interpretiert. Mit eingängigen Hooks, komplexen Crescendos und fiebrigen Live-Auftritten verbinden die fünf Musiker Dynamik, Experimentierfreude und Bühnencharisma. Ihr Sound – irgendwo zwischen QUEENS OF THE STONE AGE JEFF BUCKLEY, QUEEN und RADIOHEAD – ist ein wilder, unvergesslicher Trip für die ADD-Generation. Nach sechs Jahren auf US-Tour geht die Band 2025 anlässlich der Veröffentlichung ihres dritten Albums „Matching Caskets“ erstmals auf Europatour.
Mit „White Bread“ eröffnen SYLMAR die Platte mit einer rhythmisch verschachtelten Nummer, die zunächst gelassen wirkt, aber früh ihre explosive Energie andeutet. „Flyswatter“ baut darauf auf – getrieben von einem nervös pulsierenden Bass und jazzigen Einsprengseln, ziehen Tempo und Spannung spürbar an. „Bardo“ schließlich entführt in eine psychedelische Zwischenwelt – ganz im Sinne seines tibetisch-buddhistischen Namens, der den Zustand zwischen Leben und Tod beschreibt. Die Single „Canal“, längst ein Live-Favorit, verknüpft düsteren Indie-Rock mit einem Hauch Jazz und erzählt eine moderne Parabel – inspiriert von Polanskis „Chinatown“: Ein TikTok-Influencer verliert sich im digitalen Spiegelbild, während er auf der großen Leinwand Erfolg sucht. „Pontius“ nimmt Drive raus, bleibt aber atmosphärisch dunkel, bevor „Doppler“ mit Leichtigkeit und rhythmischer Dynamik aufbricht. Danach folgen das beschwingte „Vidalia’s Dementia“ und das fast poppige, traumverlorene „Babysitter“. Den Abschluss bildet „L.A. Waitlist“ – ein melancholischer, folkiger Abgesang auf geplatzte Träume.
Aufgenommen wurde „Matching Caskets“ im besonderen Ambiente einer 150 Jahre alten, stillgelegten Lederfabrik – eine Umgebung, deren Patina und Aura unweigerlich auf Klang und Atmosphäre abgefärbt haben. Zwischen Himmel und Hölle, Euphorie und Melancholie agieren SYLMAR mit spürbarer Leidenschaft – gelegentlich für meinen Geschmack eine Spur zu jazzig, stets jedoch emotional aufgeladen und kompromisslos eigen.

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