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SYNAPSCAPE - Again

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Artist SYNAPSCAPE
Title Again
Homepage SYNAPSCAPE
Label ANT-ZEN
Leserbewertung
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7.0/10 (4 Bewertungen)

Es gibt Musiker, bei denen warten die Fans jahrelang auf neues Material. Es gibt aber auch Musiker, die strotzen nur so vor Schaffenskraft. Philipp Münch ist so ein Beispiel. Unermüdlich erarbeitet er neues Futter für die Fans seiner zahlreichen Projekte. Mit „Again“ entstand ein weiteres Mal zusammen mit Mitstreiter Tim Kniep ein brandneues SYNAPSCAPE Album. Das Konstrukt aus Maschinen auf dem Cover gibt auch dem unwissenden Hörer einen Hinweis auf das, was ihn erwartet: Komplexe und sperrige aber trotzdem auch geradlinige bzw. sphärische Industrialtracks, die gleichermaßen zum Hören als auch zum Tanzen erschaffen wurden. Bevor man beginnt, die 13 Stücke zu genießen, sollte man in jedem Fall einen Blick auf die Trackliste werfen. Denn alleine die ersten beiden Songtitel: „Death Wish Head Fish“ und „Who painted my Cat black“ belegen, dass die Bielefelder bei all den harten Tönen auch mit einer augenzwinkernden Prise Humor an die Sache rangehen.

Der Opener beginnt zunächst sehr ruhig mit soundtrackartigen Geräuschen, wird langsam spannungsgeladener, um schließlich durch harte Breakbeats den Start der Reise einzuläuten. Bereits der eben schon angesprochene zweite Titel „Who painted my cat black“ ist für mich ein flottes Highlight, das ich erstmals beim Autofahren gehört habe und mich ärgerte, dass die Straße keine Tanzfläche ist. Von „Stuck“ spricht man gerne bei Computerspielen, wenn man zwischen irgendwelchen Polygonen feststeckt. Ob das hier so gemeint ist, vermag ich nur zu vermuten. Aber durch den kräftigen, schleppenden Beat finde ich eine solche Situation perfekt vertont. Mit „Countercroque“ bewegt man sich wieder in sphärischeren Gefilden zwischen Trance und Ambient. Die soeben gewonnene Ruhe wird nun von „Oxyehho!“ (oder heißt er „ahuenna!“?) durch verstörende und gleichermaßen treibende Beats in Bewegungsfreude umgewandelt. Zurückgenommenes Tempo in Form eines groovigen Rhythmus gepaart mit verstörenden Klangteppichen charakterisieren „Ring the Bell“. „Aftermath“ ist für mich ein weiteres Highlight auf dem Silberling. Klare Drums und ein sehr melodisches Grundgerüst, das von geschickt platzierten Geräuschen überlagert wird, bieten auch hier ein sehr tanzflächentaugliches Stück. Bei „Alone“ wird erneut mit verzerrtem Gesang gearbeitet, der sich gut in dem gesamten Sound integriert. Originell finde ich hier die „Froschteich“-Sounds – hört es Euch an und ihr wisst was ich meine! Mit „Requirements“ folgt ein nach Science Fiction klingender Minimal Electro Track, gefolgt von „Time“ und „Purge“, die diesen Faden weiterspinnen, jedoch zusätzlich von Breakbeats und verzerrten Vocals nach vorne getrieben werden. „Freefall“ verlagert wiederum die Tempoerzeugung von Drums zu den Arpeggios, wodurch der Spannungsbogen noch ein weiteres Mal in eine andere Richtung verlagert wird. „Core“ beendet schließlich im mid-tempo zwischen experimentellem House und Minimal-Electro die neueste Veröffentlichung aus dem Hause SYNAPSCAPE.

„Again“ ist sicherlich im Bereich Industrial anzusiedeln. Doch innerhalb dieses auf den ersten Blick eingrenzenden Sektors, wird wirklich jeglicher Spielraum gekonnt ausgeschöpft. Man bedient sich verschiedener Stilelemente wie Breakbeats, Ambient, Trance etc. und setzt diese so zusammen, dass sie niemals das Wasser verlassen, aber an allen Ufern vorbeischippern. Rundum gelungenes Album!!! Anspieltipps: „Who painted my Cat black“, “Time” und “Purge”.

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