| Artist | SYRIAN |
| Title | De-Synchronized |
| Homepage | SYRIAN |
| Label | INFACTED RECORDINGS |
| Leserbewertung |
Aus dem wunderschönen Italien kam dieser Tage ein Futurepop-Projekt der besonderen Sorte zu uns. Allerdings nicht direkt über die Alpen, sondern es nahm einen Umweg über den großen Teich, um zuerst einmal recht erfolgreich auf dem amerikanischen Synthiepop-Label „A Different Drum2 veröffentlicht zu werden. Infacted Recordings haben diese CD nun dem deutschen und europäischen Publikum zugänglich gemacht.
Andylab, zuständig für Gesang und Keyboards, und Lorenzo Bettelli „The Voyager“ (Keyboard & Programmierung) bilden das Duo SYRIAN, dessen Debüt „De-Synchronized“ äußerst hörenswert ausfällt. Der Name des Projektes leitet sich von dem Stern Sirius ab, was auch schon gleich einen guten Hinweis auf Texte und Musik der beiden Soundtüftler bietet. Es handelt sich dabei um spacigen, trancigen Futurepop der besonderen Sorte, wie man ihn nicht alle Tage im Plattenspieler rotieren hat. Da mag der eine oder andere jetzt denken: „Och, nö. Tausendmal gehört – langweilig.“ Das genaue Gegenteil ist der Fall! Die treibenden Futurepop-Rhythmen werden mit 80er-Elementen, Minimalismus und wunderschönen Elektropop-Melodien gekreuzt. Unten heraus kommt Musik, die es in punkto Eingängigkeit mit DE/VISION und MESH und in punkto treibender Kraft mit SPEKTRALIZED sowie NAMNAMBULU aufnehmen kann. Am besten kann man den Output jedoch mit COLONY 5 oder T.O.Y. vergleichen. Als persönliche musikalische Vorbilder geben die beiden Jungs ALPHAVILLE und OMD an, deren Einfluss auf ihre Musik ebenfalls deutlich zu hören ist. Das eine oder andere Mal fühlt man sich auch an KRAFTWERK erinnert, was die verwendeten Samples und die Form des Minimalismus betrifft.
Andylab und Lorenzo gelingt es in 10 Tracks nebst 4 weiteren (exklusiv für die europäische VÖ getüftelten) Remixen auf „De-Synchronized“ ein perfektes Elektropop-Album mit trancigem Futurepop-Flow zu präsentieren. Die Musik ist bestückt mit sanftem und abwechslungsreich verändertem Gesang, der sich harmonisch in den zwar melancholischen, aber trotzdem recht fröhlichen Sound einfügt. Für ein Debütalbum ist die gesamte CD hervorragend und professionell produziert. Es gibt kein lästiges oder langweiliges Füllmaterial. Jeder einzelne Track ist ein Kracher. Aus diesem Grund eigenen sich auch alle 10 Tracks plus Remixe gleichermaßen als Anspieltipps – gerade recht für schöne Sommertage.
Im Moment sind SYRIAN mit der Endproduktion ihres zweiten Albums „Kosmonauta“ beschäftigt, welches ein Konzeptalbum werden soll. Es bleibt nur zu hoffen, dass ihnen mit „De-Synchronized“ Erfolg beschieden wird, verdient hätten sie es allemal. Gerade in der aktuellen Flut an mittelmäßigem F-Pop freut man sich umso mehr über solch eine Perle der tanzbaren elektronischen Klangkunst. Auf jeden Fall kann man sich auf SYRIANS Nachfolgealbum freuen.

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