| Artist | SYRIAN |
| Title | Kosmonauta |
| Homepage | SYRIAN |
| Label | INFACTED RECORDINGS |
| Leserbewertung |
Nachdem die Pole der Erde sich umgekehrt haben, sich die Sonne ausgedehnt und das Klima unseres Planeten gewandelt hat, bricht ein Massensterben auf der Erde aus, dem ein junger Kosmonaut mit seinem Raumschiff zu entfliehen sucht. Schweren Herzens verlässt er seinen geliebten und schwer verwüsteten Heimatplaneten, um sich einsam und allein auf die Suche nach einer alternativen Biosphäre zu machen. Auf seiner Reise erlebt er Trauer, Einsamkeit und Verzweiflung, aber auch Hoffnung. Dabei erfährt er den ganz persönlichen und für die gesamte Menschheit evolutionären Entwicklungsschub hin zu einem Computermodul-gestützten kybernetischen Organismus, der Raum, Zeit und unglaubliche Entfernungen überwinden kann, um schließlich eine neue physische Daseins- und ebenso eine neue Bewusstseinstufe, dank Rechnergestützter „Seelensoftware“, zu erreichen. Am Ziel seiner Reise angekommen, erreicht der Kosmonaut schließlich eine neue Welt, weit jenseits unserer Vorstellungskraft: Urania, das neue Utopia in der Geschichte von Andylab und Voyager aka SYRIAN.
Das italienische Synthie-Futurepop-Duo sorgte ja schon mit seinem hervorragenden Debütalbum „De_Synchronized“ und der DAC-Clubhit-EP „Enforcer“ für einiges Aufsehen im dunklen deutschen Blätterwald und in den Clubs Land auf, Land ab! Auch wenn ein paar Kolleginnen und Kollegen der professionellen oder semi-professionellen Schreiberlingszunft doch so einiges an SYRIAN auszusetzen hatten – es sei ein fader, langweiliger F-Pop-Aufguss, Ufta-Ufta-Bumm-Bumm, etc. – so schaffen es Lorenzo Bettelli und Andrea Peluso doch einen neuen, innovativen, trancigen, melancholisch-Synthiepoppigen Weg auf den, doch zugegebenermaßen, recht ausgelatschten Futurepoppfaden zu erschließen. Ihr zweites Album, welches einige Tracks von ihrer erfolgreichen EP aufnimmt und sie weiterführt, sowohl inhaltlich-textlich, als auch thematisch und musikalisch, zeugt von der Klasse ihrer Musik. Andrea und Lorenzo gelingt es, etwas neues, frisches und verdammt Gutes zu erschaffen, ihre Klänge und Programmierungen gehen noch mehr als auf „De_Synchronized“ und „Enforcer“ in die Beine und ihre mal euphorischen, mal traurigen, mal melancholischen und oft einfach herrlichen Synthiepop-Melodien, bleiben einem lange im Ohr hängen. Ein Album, das man 3 oder 4 mal nacheinander durchhören möchte.
Zusammenfassend kann man es so auf den Punkt bringen: Ohrwurmverdächtige, sehr gute Melodien im Stile von COLONY 5, T.O.Y. und S.P.O.C.K., abwechslungsreiche Klänge, trotzdem zarte Wehmut und euphorisch-gut-gelaunter Tranceeinschlag! Wer B-Movie-SciFi-Mucke und die dazugehörigen Themen mag und vor italienisch-englischen Texten nicht zurückschreckt, sollte dringend ein Ohr riskieren. Für Fans von SYRIAN und Futurepop-Anhänger ist „Kosmonauta“ eh ein Pflichtkauf. Als Anspieltipps sind eigentlich alle 12 Tracks gleichermaßen empfehlenswert, aber besonders geeignet sind:, „Enforcer“, „Blue Moon“, „Navigation“, „Urania“ und „Cosmic Gate“: „… destinazione spazio, vola kosmonauta … fino al cielo…”

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