| Artist | SYSTEM OF A DOWN |
| Title | Mezmerize |
| Homepage | SYSTEM OF A DOWN |
| Label | SONY/ BMG |
| Leserbewertung |
Beinahe unfassbar, welchen Status sich die Exil-Armenier in wenigen Jahren mit ihren Veröffentlichungen erspielen konnten. Egal ob eingefleischter Old School Metaller oder Nu Kiddie, alle feiern die verrückten Kompositionen aus dem Hause SOAD ab, als ginge die Welt morgen unter. Und wirklich: Mit „Toxicity“ haben die Jungs eines der besten Metal Alben ever komponiert, daran gibt es überhaupt keine Zweifel. Wie also nun den hohen Erwartungen standhalten? Noch mehr Chaos oder doch lieber eingängiger werden? Richtig überraschen würde man die Fangemeinde jetzt nicht mehr können, da sich Brillanz eben herumgesprochen hat. Ebenso wie die Tatsache, dass man Material für gleich 2 Alben aufgenommen hat, die zweite Scheibe soll auch noch 2005 erscheinen. Trotzdem halte ich die nun vorliegenden 36 Minuten für etwas wenig, hätte da nicht vielleicht doch eine einzige lange CD gereicht? Andererseits sind einige der größten Klassiker (siehe SLAYER) mit noch weniger Spielzeit ausgekommen, also konzentrieren wir uns lieber auf die 10 Tracks plus Intro.
Auffällig 1: Darons deutlich gesteigerter Sangesanteil, mit dem abschließenden „Lost in Hollywood“ trägt er einen Song sogar ganz alleine. Auffällig 2: Gesteigerter Double Bass Anteil, variablerer Schlagzeugsound insgesamt. Auffällig 3: Ein Synthesizer! Für mich alten Halbelektrolurchen kein Problem, aber für beinharte Gitarreros möglicherweise irritierend, ihr werdet „Old-School Hollywood“ sicher trotzdem mögen. Ansonsten herrscht wieder das progressive Chaos: Aggressive Parts und poppig melancholische Singalongs werden aufs Vorzüglichste miteinander verbunden. Sind es doch gerade die fast zerbrechlichen Melodielinien, die letztendlich den Unterschied in all dem aktuellen Gebolze ausmachen. Dazu natürlich wieder etwas Folklore, ein Schuss 80er Speed Metal, Hardcore Mentalität und eine gehörige Portion Zivilisationskritik in den Texten. Hollywood muss den Wahl-Kaliforniern irgendwie sauer aufgestoßen sein in der Vergangenheit, angeblich wurde/ wird man ja auch vom Geheimdienst verfolgt. Nun gut, in Bushland ist alles möglich, vor allem auch mal außergewöhnliche Musik wie diese hier.
Eine Scheibe, die es zunächst schwer hat, sich gegen die Schatten der Vergangenheit durchzusetzen, aber nach mehreren Hördurchgängen fast in ebensolchem Glanz erstrahlt. Fast, weil es keinen absoluten Übertitel gibt, weil die Spielzeit doch recht kurz geraten ist und weil eben der Überraschungseffekt fehlt. Mit Songs wie „Sad Statue“ oder „Violent Pornography“ dennoch ein weiterer Mauerstein in dem Denkmal, dass sich SOAD über kurz oder lang setzen werden. Stark und strahlend!

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