Band Filter

TACTICAL SEKT - Syncope

VN:F [1.9.22_1171]
Artist TACTICAL SEKT
Title Syncope
Homepage TACTICAL SEKT
Label NOITEKK
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.3/10 (7 Bewertungen)

Zuerst einmal möchte ich mich entschuldigen: Ich habe die Qualitäten der Vorgänger-EP „Burn Process“ nicht entsprechend gewürdigt! Zwar als gut befunden, aber eben nicht als außergewöhnlich, was sich im Laufe der Zeit aber immer mehr herauskristallisiert hat. Mittlerweile halte ich die Scheibe für eine der besten Genre-VÖs ever, eingängig und tanzbar as Hell. Die perfekte Synthese aus Trance und Hellectro. Würde der folgende Longplayer die mehr als hohen Erwartungen erfüllen können? 2 Jahre später liegt nun endlich das neueste Werk aus der Schmiede Anthony Mathers vor, welcher wieder sämtliche Tracks im Alleingang komponiert/ produziert hat. Live wird er ja bekanntlich von seinem Label Chef Marco Gruhn unterstützt. Alleine quantitativ schon ein beeindruckendes Produkt, insbesondere in der Limited Edition (2000 Einheiten): 2 CDs in einer schönen Box (erinnert an IMMORTALs „Damned in Black“), 12 plus 8 Tracks, ALLESAMT unveröffentlicht, KEINE Remixes. Selbst die normale Fassung bietet mithin bereits 61 Minuten Hörgenuss.

Doch was ist eigentlich titelgebende „Sync(k)ope“? Der Netzdoktor gibt Auskunft: „Eine Ohnmacht (Synkope) ist eine kurz anhaltende Bewusstseinsstörung, die durch einen vorübergehenden Sauerstoffmangel im Gehirn verursacht wird.“ Möglicherweise kann die Musik TACTICAL SEKTs so einen Mangel auslösen, wenn man – angetrieben durch die Stroboskoplichter des Lieblingstanztempels – in eine Art Trance gerät. Und Trance ist auch soundtechnisch wieder in angenehmer Art und Weise enthalten, großartige stilistische Änderungen haben nicht stattgefunden. Gut so, wenn man das Sujet so perfekt beherrscht! Das BAD RELIGION-Syndrom, im Grunde verfügen TS nur über 2 Beats, den mittleren und den schnellen, darüber Flächen, repetetive Melodiebögen, pointiert eingesetzte Samples und natürlich der aggressive „Gesang“. Der scheint mir noch ein wenig verzerrter zu sein, die Percussion dazu noch etwas fetter aufgenommen. Doch auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht so ausschauen mag: Anthony schreibt nicht immer den gleichen Song, bzw. falls er es doch tut, variiert er ihn so raffiniert, dass man nur den Hut vor ihm ziehen kann. Unglaublich der rhythmische Einfallsreichtum, die vielen kleinen Details, die sich erst nach dem 5, 6ten Hördurchgang offenbaren, wodurch die Platte auch „sitzend“ zu Hause funktioniert. Einzelne Titel mag man kaum herausgreifen, wenngleich das jetzt eine nur oberflächliche Beschäftigung mit „Syncope“ suggerieren mag. „Bring me Violence“ mit den leichten Future Pop Elementen, das treibende „Awaken the Ghost…“, das überdurchschnittlich harte „Beslan“ (berühmt-berüchtigt durch die Geiselnahme tschetschenischer Terroristen) etc. Kein Ausfall in Sicht!

Ob nun die Qualitäten der angesprochenen EP erreicht werden, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, ein Vergleich wäre an dieser Stelle auch unfair, da ich Vorgenannte Hunderte Male verschlungen habe. Dass TACTICAL SEKT auch 2006 noch zur absoluten Speerspitze in Sachen „Aggressiver Tanz Trance“ gehören, ist unbestritten, fehlender Innovation zum Trotz. Es mag Anthony selbst überraschen, aber mittlerweile hat sein „Nebenprojekt“ wohl die Hauptband in vielen Punkten erreicht, wenn nicht gar überholt. Mit diesem Luxusproblem wird der sympathische Insulaner sicher gut leben können…

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

TACTICAL SEKT - Weitere Rezensionen

Mehr zu TACTICAL SEKT