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TALVEKOIDIK - Negotiate The Distance

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Artist TALVEKOIDIK
Title Negotiate The Distance
Homepage TALVEKOIDIK
Label HANDS PRODUCTIONS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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4.7/10 (32 Bewertungen)

Bereits vor fünf Jahren bescherte uns Kai Hahnewald von den Electro-Industrial Koryphäen S.K.E.T. sein Solo-Debüt „Silent Reflections”. Für den wohlgereiften Nachfolger ist er nun auch mit seinem ambitionierten „Neben“Projekt zu Hands Productions gewechselt, wo er mit seiner Stammformation schon seit geraumer Zeit regelmäßig aktiv wird, sich nach Innovationsmaßstäben aber auch mit TALVEKOIDIK gleich bestens einfügt. Anders als Band-Kollege Candy Schlüer mit 16PAD NOISE TERRORIST geht Hahnewald indes deutlich weniger lärmig denn atmosphärisch zu Werke: kraftvolle Ambient-Elektronica wird vorliegend mit gedämpfter Downbeat-Rhythmik kombiniert.

Episch wabernde Klangschwaden leiten das Album ein, breiten sich langsam aus und sorgen für einen Anflug von Dramatik; der Titel „Take a deep breath“ gibt insoweit den passenden Leitgedanken vor, den es zum Einstieg zu beherzigen gilt. Bei „The tree knows a secret“ werden die Schwingungen schon eindringlicher und die rhythmische Komponente etwas ausgeprägter, letztere bleibt aber stets dezent. Mit „Curtis went away…“ setzt dann ein weiteres Stilmittel ein: Punktuelle Pianoklänge einerseits als organischer Kontrast zu der kalten Elektronik, zum anderen als Steigerung des unterschwellig melancholischen Charakters der Soundscapes. Nach einer überwiegend orchestralen Episode („Call into nowhere“) mit Streicher-Bombast und Freizeichen-Tönen folgen zwei etwas experimentellere Stücke. Während „Heart in stasis with a hiccup“ dabei recht verspielt ausfällt, startet „Sometimes I wish to evaporate“ zunächst nur mit aufgeregtem Stimmgewirr, bevor ein unaufgeregter Pianoausklang in ruhigere Gefilde zurückführt. Diese finden ihren Höhepunkt im sphärisch-verträumten „Love is“, da „Unreal Yearning“ neben prägnantem Pianospiel anschließend auch noch einmal das neoklassische Element stärker in den Vordergrund rückt.

So gerät „Negotiate The Distance” also zu einer abwechslungsreichen elektronischen Klangreise mit Ecken und Kanten. Kai Hahnewald hat seinen ganz eigenen musikalischen Kosmos gebastelt, der mit Blick auf das Albumcover in nur einer von mehreren denkbaren Varianten mit „Allein unter Vielen“ interpretiert werden könnte, aber derartige Wertungen sollten jedem Hörer letztlich selbst überlassen bleiben. Wer jedenfalls mit XABEC oder auch ruhigeren EMPUSAE etwas anfangen kann – dies wirklich nur als ungefährer Anhaltspunkt – ist hier sicher gut aufgehoben. Eine rundum ansprechende Leistung!

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