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TANYC - s/t

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Artist TANYC
Title s/t
Homepage TANYC
Label GENTLE ART OF MUSIC
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Im Oktober 2020 hatte die Österreicherin TANYC mit ihrer ersten, temperamentvollen Single „Smile“ aufhorchen lassen. Die Dame hat etwas Elfenhaftes an sich und bringt zugleich eine facettenreiche Stimme mit, die ganz klar im Mittelpunkt der eingängigen Soundscapes und Orchestrierungen steht. Nach der zweiten Auskopplung, dem lasziven „Faster“, legt die Dame, die mitnichten aus dem Nichts aufgetaucht ist, jetzt ihre selbstbetitelte Langrille nach. So ist Carmen Tannich-Wallner aka TANYC doch schon seit 2004 die weibliche Hälfte des Ösi-Duos CAMA, macht jetzt jedoch erstmals im Alleingang auf sich aufmerksam.

Die zwölf Songs strahlen samt und sonders eine ganz besondere Dringlichkeit, Hingabe und Kompromisslosigkeit aus. Dabei wirken die Lieder keinesfalls fatalistisch oder gar aggressiv, sondern überzeugen neben handwerklichem Können auch mit einer enormen Leidenschaft, die schlicht gefangen nimmt. Üppige Arrangements finden sich auf dem Silberling ebenso wie epische Whammy-Gitarrensoli und puristischer Minimalismus. Die Studio-Musiker sind entsprechend ebenso erstklassig und dass man im Booklet immer wieder den Namen ‚Kalle Wallner‘ liest, dürfte kein Zufall sein. Den studierten Musiker und Label- sowie Tonstudio-Mitinhaber kennt man auch von der bayerischen Art- und Progrock-Kapelle RPWL, zu der weiterhin der ebenfalls involvierte Keyboarder Yogi Lang zählt. Außerdem mit von der Partie: der Ausnahmeviolinist Tom Norris, der seine Fähigkeiten sonst dem London Symphony Orchestra zur Verfügung stellt und der israelische Schlagzeuger und Perkussionist Nir Zidkyahu. Dessen ungeachtet thronen über der gelungenen Instrumentierung eindeutig TANYCs Vocals (vgl. insbesondere das intime „Loops On Fire“ und das abschließende „Over And Over“ im a-capella-Gewand). Im Falle des betörenden Westerngitarren-Twang von „Never Ask Twice“ erfährt die Gute männliche Unterstützung durch AARON BROOKS und erwähnt sei zudem die dritte Single „Beautiful“, die im skandinavisch angehauchtem Walzer-Modus daherkommt, während das wehmütige „Hide Away“ mit viel Soul und Schmelz zu Herzen geht und „Honest“ eine kleine Wildkatze durchblitzen lässt.

Vintage Soul, Femme fatale, erwachsen-graziler Pop – diese Schlagworte beschreiben TANYC und ihren Solo-Erstling wohl am besten. Ein Stück wie „Labyrinth“ beweist Eingängigkeit ohne beliebig zu sein und mit dem rhythmusbetonten „This Dream“ offenbart die Sängerin auch mal Ecken und Kanten, insgesamt geht’s bei der attraktiven Tirolerin mit dem großartigen Organ jedoch recht geschmeidig zur Sache.

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