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TANZWUT - Schattenreiter

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Artist TANZWUT
Title Schattenreiter
Homepage TANZWUT
Label PICA MUSIC
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.0/10 (11 Bewertungen)

Vor fast genau 3 Jahren wollten TANZWUT uns noch etwas über Spaß erzählen und erreichten damit vor allem eines: Sie wurden erstmals richtig ernst genommen mit ihrem Mittelalter Metal. Doch das alles wirkt heute nur noch wie eine Fingerübung, wenn man sich das neue Doppelalbum „Schattenreiter“ zu Gemüte führt. Jawohl, es durfte gleich ein Doppelalbum sein, obschon die 18 Tracks mit ihren 74 Minuten Spielzeit auch auf einen einzigen Silberling gepasst hätten. Aber das sind Nebenkriegsschauplätze, die Berliner haben mal eben im Vorbeigehen das komplette Genre perfektioniert, ja vielleicht sogar revolutioniert!

Ich musste mich nach dem Einlegen der Scheibe doch glatt noch mal vergewissern, ob es sich hier wirklich um Teufel und Co. handelt, so hart, modern und abgedreht geht man teilweise zu Werke. Gleich in den beiden ersten Tracks „Schattenreiter“ und „Der Arzt“ scheint man dem Drumcomputer irgendwelche Drogen verabreicht zu haben, so durchgeknallte Drum N Bass-Teppiche zaubert der Prozessor da hervor. Darüber werden eigenartig verzerrte Gitarren gelegt, was in seiner Gesamtheit einen fast technoid kalten Eindruck hinterlässt. Grübelt man noch ob dieser unverhofften Klänge baut man bei „Im tiefen Gras“ (bin ich auch manchmal…) Deutsch-Poppige Elemente im Refrain ein und fabriziert dann bei „Dein Zweites Gesicht“ einen richtigen Hit, komplett mit poppigen Chorälen. Unkonventioneller wird es dann wieder mit der „Geisterstunde“: Heftiges Nu Metall Geschrubbe mit kurzen dadaistischen Dudelsack-Attacken, wenn das kein Live Knüller wird, weiß ich auch nicht mehr weiter. Deftig auch die Zusammenarbeit mit SCHANDMAUL bei „Immer noch wach“, Groove pur mit fast DISTURBED-artigen Gitarreneinstellungen. Bei „Spieler“ dringt man dann mal für kurze Zeit in IN EXTREMO-Terrain ein, auf dem man sich ebenfalls sehr gut schlägt und den Säcken deutlich mehr Raum lässt. Das war es dann schon mit der ersten Hälfte, flugs den Silberling gewechselt, und los geht es mit wilden (echten) Orgeldrehereien, eine pompöse „Dr. Vibes“-Reminiszenz in einer Bach Bearbeitung der „Toccata“. Ein wie auch immer geartetes lyrisches Konzept ist mir allerdings nicht aufgefallen, die komplett deutsch gehaltenen Stücke stehen jeweils für sich alleine. Auch die Bedeutung des Cover Artworks (Octopussy?) ist mir nicht ganz aufgegangen, macht allerdings gut was her. Zurück zu den Highlights der zweiten CD: „Versuchung“ besitzt ein gewisses Italo Western-Flair, pompös und pathetisch, der nachfolgende „Vulkan“ steht natürlich immer kurz vor dem Ausbruch, dazu wieder ein Mitsingrefrain vor dem Herren. Oder „Du sagst“ mit diesem hoppeligen Rhythmus und den „Billig Synthie“-Effekten oder der klassische Rocker „Gefangen“ oder den rein instrumentalen Mittelalter/ Electro Crossover ganz zum Schluss oder… oder… Dazu gibt es noch ein Video zum Thema „Live in Moskau 2005“ für den heimischen PC, daher auch die 2 Scheibletten.

TANZWUT haben sich mit dem „Schattenreiter“ wirklich selbst übertroffen und so viel frisches Blut ins Genre injiziert wie eben möglich. Klassische Mittelalter Sujets bedient man ja auch als CORVUS CORAX zur Genüge (und ebenso perfekt). Harte, runtergestimmte Riffs plus Electro-Elemente plus natürlich Dudelsack plus natürlich Teufels markantes Organ ergibt das ultimative Werk. Wie wollen sie das eigentlich noch toppen und vor allem, wie wollen sie live noch ältere Songs in die Setlist packen, ohne auf 2 Stunden Spielzeit zu kommen? Aber selbst das „Problem“ werden sie sicher lösen…

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