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TAO MENIZOO - s/t

VN:F [1.9.22_1171]
Artist TAO MENIZOO
Title s/t
Homepage TAO MENIZOO
Label TWILIGHT/ TWO FAT MEN
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.5/10 (2 Bewertungen)

Totgesagte leben bekanntlich länger, doch hatte man den guten alten CrossOver nun wirklich bereits seit geraumer Zeit endgültig abgeschrieben. Natürlich konnte man davon ausgehen, dass in den Proberäumen staatlich subventionierter Jugendheime in der schwäbischen Provinz noch ein, zwei Kapellen ihr Unwesen treiben und auch der Webmaster des Terrorverlags macht sich immer wieder gerne einen Spaß daraus, seine Freunde in angetrunkenem Zustand mit plötzlichen Attacken auf rauschende Tapes aufgenommener Klassiker von BODY COUNT, DOWNSET und Konsorten zu erschrecken. Doch nach dem Fall von Fred Durst wähnte man sich immerhin in relativer Sicherheit.

Man wird umdenken müssen. Die Bilanz ausgezeichneter harter Veröffentlichungen, die uns aus den Niederlanden erreichte, wurde in den letzten Wochen doch nicht ganz unwesentlich von der Band mit der größten Spannungsdiskrepanz zwischen Gruppennamen und Musik DREADLOCK PUSSY geschmälert, deren RapMetal leider nicht nach knusprig gebackenen Patat, sondern ranzigem Bratfett roch und als wollten sie ihnen nacheifern, schmeißen TAO MENIZOO gleich noch eine weitere olle Bulette in die auf Sparflamme brutzelnde Friteuse. Dass sie dabei noch einen Keyboarder ins Geschehen miteinbeziehen, führt in den ersten Takten kurz für hochgezogene Augenbrauen, doch ist die Enttäuschung am Ende nur um so gewaltiger. Vielleicht wollten die Franzosen eigentlich in eine ganz andere Richtung gehen, denn sowohl die Vocals als auch das Drumming tendieren doch recht eindeutig zum Metal, doch haben die Riffs die selbe schleppende Schwerfälligkeit, welche den allergrößten Teil der CrossOver-Szene kennzeichnete. Es wird wieder einmal ausgiebig im Chor gebrüllt, die Gitarren hacken stumpf zu Beats aus der Mülltonne und der Bass kriegt auf „Come inside my hell“ sein obligatorisches Solo am Anfang des Tracks. Nicht alles indes ist ganz so übel wie es sich jetzt liest: „Dementia“ hat einen schön plakativ hingerotzten Refrain, „D.N.A.“ kommt beinahe punkig daher und erfreulich schnell zum Punkt und der Opener „Paranoid cries“ weist einen gelungenen 80’er-Jahre Synthie-Pop Mittelteil auf, der einen an NEW ORDER erinnert.

Von diesen wenigen angenehmen Momenten abgesehen regiert das Trübsal und markiert erst das einleuchtend betitelte Schlusslicht „The Ending“ den gleich zweifachen Höhepunkt: Zum einen, weil man hier instrumental zu Werke geht und die uninspirierten Growls außen vor lässt und zum zweiten, weil es danach wirklich vorbei ist. Wenn Gleiches auch für die Rückkehr des CrossOver und Fred Durst gilt, würde man der Zukunft gleich frohgelaunter ins Gesicht sehen.

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