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TAPE - #1

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Artist TAPE
Title #1
Homepage TAPE
Label EAST WEST/ WARNER
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Der Schweinerock ist zurück und er hat verdammt lange Beine. Es sind die Beine von TAPEs Sängerin Dacia, die auf dem Pressefoto ein ziemlich knapp bemessenes Höschen trägt und einen Blick, der eindeutig zweideutig ist. Böse muss sein, wer Übles dabei denkt – eben eine selbstbewusste, moderne Frau! Die Band verschwindet dabei fast im Hintergrund – Ist TAPE somit die Spielwiese für die Ambitionen einer einzigen Person?

Eher im Gegenteil. Mit bemüht lockerem Getrommel, dumpf bratzenden Gitarren und bleiernen Bässen drängeln sich die Instrumentalisten eher etwas zu oft in den Vordergrund als zu selten. Betonfunk! Dabei ist das Vorbild der Truppe, neben gelegentlichen Seitenhieben Richtung LIMP BIZKIT, ganz eindeutig: Schon vor einigen Jahren praktizierten die Ausnahmemucker LIVING COLOUR diesen Mix aus Metal, Rap, Soul und Groove und mit ihren ungewöhnlichen Melodielinien und einer in schrillem Kontrast zur Musik betont lässigen Artikulation kommt Dacia sogar gesangstechnisch dem Original verdammt nahe. Des Kaisers neue Kleider also und wenn man da mal drüber hinweg ist, wird man auch einräumen müssen, dass die Songs nicht das Schlechteste an diesem Album sind: Der gleichzeitig wuchtige und gefühlvolle Rocker „Hate me“ kann auf ganzer Linie überzeugen und mit dem stoisch vorwärtstreibenden „Mother“ ist der Band quasi der harte Gegenentwurf zu PUDDLE OF MUDDS „blurry“ gelungen, keine geringe Leistung und ein klasse Stück. Immer dann, wenn die Vocals und die Riffs miteinander verschmelzen, wird es richtig gut, doch um so länger #1 dauert, desto seltener ist dies der Fall. Mit dem knackigen und auf den Punkt gebrachten „18 + a Headset“ bäumt sich das Album gegen Ende noch mal auf, aber da will man das schon gar nicht mehr wissen.

Es gibt in der ersten Hälfte genug Gutes, welches den Erwerb dieses Albums rechtfertigen würde. Mehr als die Musik nervt jedoch die Attitüde, mit der Plattenfirma und Band an die Öffentlichkeit treten und uns suggerieren, als geschehe hier etwas Grosses, Neues und Profundes. Und überhaupt: Profund? Das Motto von TAPE und der Titel ihres ersten Hits lautet „Yeeha“. Das ist, wie tief dieses Album geht.

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