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TARDIVE DYSKINESIA (GR) - The Sea Of See Through Skins

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Artist TARDIVE DYSKINESIA (GR)
Title The Sea Of See Through Skins
Homepage TARDIVE DYSKINESIA (GR)
Label CORONER RECORDS
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Was in den 90ern mit der Band OVERRIDE begann, präsentiert sich 2009 als TARDIVE DYSKINESIA (Eine Hirnschädigung und nicht zu verwechseln mit einer gleichnamigen Elektronikformation!). In Griechenland ist die Band längst kein unbeschriebenes Blatt mehr, haben sie doch schon mehrere Demos und ein Album veröffentlicht. Mit ‘’The Sea Of See Through Skins’’ kommt nun der zweite Streich via Coroner Records auf den Markt. Technisches Können haben sie bereits bewiesen. Um im Bereich Mathcore/ Progressive begeistern zu können, muss man aber auch noch einige Ideen in Petto haben. Reichlich vorhandene internationale Konkurrenz, die in den letzten Jahren die Messlatte ziemlich hoch gelegt hat, macht es da gewiss nicht leichter.

Von einer Enttäuschung kann man jedenfalls nicht sprechen, so viel vorab. ‘’Triggering the Fear Reactor’’ schimpft sich das erste Stück, und so wie es heißt, klingt es auch. Erst wird hier auf modern, verspielte Art geknüppelt, danach verwischen die Gitarren in ein experimentelles, mystisches Soundfeld. Mit abrupten Breaks springt die Gruppe im Song hin und her, ohne sich dabei zu verzetteln. Hört man sich das erste Album im Vergleich an, merkt man einen gewaltigen Spurt in Richtung Mathcore. Dort ging man eher noch in Richtung moderner Death Metal mit wenigen progressiven Phasen. Ohne an Härte eingebüßt zu haben, sind die Griechen nun experimentierfreudiger. Songs wie ‘’Complicity’’ oder der Titeltrack vereinen die Bandbreite der Band und rasen von groovigem Metal zu langsameren Rockpassagen, von beinharten Core-Attacken zu atmosphärischen Instrumentalphasen. Die Band zeigt sich soundtechnisch von Genrevertretern wie MASTODON oder MESHUGGAH positiv beeinflusst. Der neue Gitarrist der Band beweist mit seinen Mannen, dass ihnen ihre Instrumente nicht fremd geworden sind. Die spielerische Flexibilität und das durchdachte Songwriting machen die Tracks abwechslungsreich und trotzdem kohärent. Sänger Manthos weiß mit seiner Stimme umzugehen, macht auch vor cleanen Versen keinen Halt. Die präzise Instrumentenfraktion harmoniert einwandfrei und schafft das Gerüst für die komplexen Songstrukturen. Vielleicht ist es aber auch gerade die Komplexibilität, die das Album zum Ende hin stellenweise langatmig werden lässt. Hier und da fehlt der letzte Schliff, der mich vollends von dem Album überzeugen könnte. Nach 47 Minuten Gefrickel hat man sich dann auch eine dicke Pause verdient.

Es wird wohl noch mindestens eine Scheibe dauern, bis die Südländer ihren Sound komplett definiert haben. Aber das, was sie mit ‘’The Sea of See through Skins’’ abliefern, ist bereits verdammt gut. Die Band zeigt, dass sie sich entwickeln kann und in ihr steckt viel Potenzial. Bereit, sich in der internationalen Szene etablieren zu können, preschen TARDIVE DYSKINESIA hart nach vorne und zeigen, dass Griechenland sich nicht hinter den Flaggschiffen des europäischen Metal verstecken muss.

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