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TARJA - My Winter Storm

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Artist TARJA
Title My Winter Storm
Homepage TARJA
Label UNIVERSAL
Leserbewertung
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7.7/10 (19 Bewertungen)

TARJA TURUNEN war bekanntermaßen bis vor zwei Jahren das Aushängeschild der finnischen Symphonic Metaller NIGHTWISH. Dann beendeten“ NIGHTWISH jedoch die Zusammenarbeit mit der ausgebildeten klassischen Opernsängerin, die mit einer Sopranstimme über drei Oktave gesegnet ist, da anscheinend die Chemie in der Band nicht mehr stimmte, nachdem man gemeinsam die Charts gestürmt, Gold und Platin eingeheimst und vor Zehntausenden gespielt hatte. Zeit für Veränderungen also, Zeit für TARJAs erstes eigenes Album „My Winter Storm“.

Fast könnte man sagen, der Longplayer führe zurück zu TARJAs Wurzeln, klassische Elemente sind auf diesem Werk nämlich vermehrt zu finden. Angefangen bei der Singleauskopplung „I Walk Alone“, die es in Deutschland bereits auf Platz 16 der Charts geschafft hat, dabei von Wolfgang Amadeus Mozarts „Requiem“ inspiriert wurde und das spielerische Miteinander von Orchester und elektrischen Instrumenten unterstreicht. „Lost Northern Star“ schließt sich mit wuchtiger Härte an. „The Reign“ war ursprünglich als Instrumental geplant, letztlich hat das melancholische Cellospiel von Martin Tillmann jedoch noch einige verträumte Textzeilen erhalten. Hingegen basiert „My Little Phoenix“ auf einem Walzertakt, der sich alsbald in eine magische Rocknummer mit großem Orchester verwandelt. „Boy And The Ghost“ vereinigt alle Elemente der Langrille: sanfte Streicher treffen auf Heavy-Gitarren, Chöre auf Ambient-Sounds. Was verhalten beginnt, steigert sich zu einem massiven Ausbruch. Währenddessen spukt „Sing For Me“ mit Orchester und Chor durch das düstere Melodie-Gemäuer, bevor es mit „Oasis“ weitergeht. Diesen Song hat TARJA im Alleingang komponiert und bietet so einen meditativen Moment des Innehaltens. Damit ist es bei ihrer Variation des ALICE COOPER-Klassikers „Poison“ allerdings schon bald vorbei. Hier haben wieder treibende Gitarren das Sagen, die mit opernhaftem Gesang gekoppelt werden. Natürlich darf auch eine herzzerreißende Schmachtballade nicht fehlen, mit großem Streichersatz empfiehlt sich hier „Our Great Divide“, gefolgt von „Damned And Divine“, welches in sanfter Traurigkeit und vampirischer Schönheit schwelgt. „Die Alive“ bringt wieder mehr Schwung und Härte ins Geschehen, um bei „Minor Heaven“ ein Zwiegespräch zwischen TARJAs Sopran und den Pianospiel ihrer Freundin und Studienkollegin Izumi Kawakatsu einzufangen, in dem sich schlussendlich auch Orchester und Saiteninstrumente einfinden. Die Langäxte gewinnen beim in Irland komponierten „Ciaran’s Well“ die Oberhand und laden zum Headbangen ein, dann beendet „Calling Grave“ mit düster-schöner Akustikgitarre (Kiko Loureido von ANGRA) den musikalischen Reigen.

„My Winter Storm“ wurde in den Remote Control Studios von Hans Zimmer in Los Angeles eingespielt. Zimmer zeichnet u.a. für die Filmmusik zu „Gladiator“, „Fluch der Karibik“ oder „Black Hawk Down“ verantwortlich, da ist es nicht überraschend, dass auch die Musik auf „My Winter Storm“ wie ein Soundtrack oder eine Rockoper klingt. Fans der kühlen Finnin werden ihre helle Freude an dem opulenten Werk haben. Dem ein oder anderen wird der klassische Gesang möglicherweise zu präsent sein, dafür gibt es dann noch den typischen finnischen Düster-Rock.
ump

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Es ist nun ca. 1 Jahr her, dass TARJA TURUNEN die Band NIGHTWISH aus persönlichen Gründen verlassen musste und gerade aus diesem Grund war es zu erwarten, dass diese Stimme nicht untergehen wollte. Und siehe da, jetzt bringt sie ihre erste Soloplatte raus. Mit „My Winter Storm“ geht Tarja nun ihren eigenen Weg, passend dazu gibt’s den Single-Titel „I walk alone“, der durch ihre Stimme mächtig Eindruck hinterlässt.

Hier bemerkt man sogleich, dass NIGHTWISH doch sehr starke Spuren hinterlassen haben, vor allem bei den fortwährenden Streichern im Hintergrund, die stark an die letzten Platten mit der Ex-Sängerin erinnern. Allerdings, ganz im Sinne von „My Winter Storm“, gibt es völlig andere, noch nie gehörte Seiten der Finnin. So zum Beispiel sehr viele, sehr gefühlvolle Balladen, wie zum Beispiel „Our great Divide“ oder der finnische Titel „Oasis“, bei denen Tarjass eigensinnige, aber perfekt ausgebildete Opernstimme voll zum Ausdruck kommt. Aber ebenso wie Balladen finden sich auf MY WINTER STORM auch knallharte Riffs. Zum Beispiel bei „Die alive“ oder „Ciarán’s Well“, wobei die Dame ja schon bei NIGHTWISH bewiesen hat, dass sie auch gegen härteren Sound mit ihrer Stimme ankommt. Zudem findet sich auf My Winter Storm“ ein besonderes „Special“ – eine Coverversion von ALICE COOPERs „Poison“, das sich jedoch in die Gesamtstimmung der Platte nicht so recht einfügen möchte, aber trotzdem für Abwechslung zwischen den vielen Balladen sorgt.

Wer Fan einer der größten Stimmen der Metalszene ist, wird von TARJA TURUNENs Soloscheibe begeistert sein, da sich ihre Stimme vom Sirenen-Image weg bewegt und sich hier um einiges vielseitiger zeigt, als evtl. von dem ein oder anderen erwartet.
Jane

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