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TEATRO SATANICO - Teatro Satanico Muzakiller

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Artist TEATRO SATANICO
Title Teatro Satanico Muzakiller
Homepage TEATRO SATANICO
Label SOTTOMONDO EDIZIONI
Leserbewertung
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6.5/10 (4 Bewertungen)

Dass einige der abgefahrensten Formationen unseres Erdballs aus dem Land in Stiefelform stammen, muss ich wohl niemandem mehr erklären, siehe beispielsweise AIT!, AIN SOPH, IANVA, SPIRITUAL FRONT etc etc. Nun erreichte mich eine weitere schräge Ausgrabung namens TEATRO SATANICO, welche bereits seit über 10 Jahren zusammen musiziert, von mir allerdings unbemerkt. Nach einigen Releases auf Kassette, Seven Inch oder CD-R (zu nennen hier beispielsweise eine Split mit NOVY SVET oder ein Boxset mit Shirt und Aufnahmen aus den Jahren 93-94) legt man nun auf dem kleinen Label SottoMondo die erste „richtige“ CD vor, natürlich limitiert auf 666 Stück. Warum „natürlich“? Weil es sich bei dem Duo DevilS G. und insbesondere Alberto Maria Kundalini um recht abgedrehte Neo-Satanisten handelt, was sich durch ihr ganzes Schaffen und Wirken zieht. Die Legende besagt sogar, dass die beiden Venezianer beim Todesfall eines Mädchens nicht ganz unbeteiligt waren, zumindest wurden sie bereits mal in einem anderen Zusammenhang unter dubiosen Umständen verhaftet. Logisch, dass es wir hier nicht mit Populär Musik zu tun haben, vielmehr handelt es sich um einen „Bastard“ elektronischer Musik.

Alles ordnet sich dem satanischen Prinzip nach der Lehre des Herrn Kundalini unter, welche im Booklet noch einmal näher erläutert wird. Mangels guter Italienisch-Kenntnisse muss eine Interpretation hier ausbleiben, schön allerdings die ergänzenden Illustrationen, welche zum Teil von einem gewissen Youcide stammen (englisch auszusprechen?). Der Herr ist gleichsam als MUZAKILLER Teil des CD-Titels, da er zudem 2 TS-Tracks remixtechnisch durch den Wolf gedreht hat. Vor diesen beiden Elaboraten gibt es aber noch 6 reine Eigenkompositionen auf die Ohren, die nur schwerlich in Worte zu fassen sind. Ihnen gemein ist auf jeden Fall die satanische Aura. Beginnt „Introibo Ad Altarem Diaboli” als Lo Fi Vodoo Trommeln aus der Hölle, setzen bei „Venetaranta“ dann Samples ein und merkwürdig zischende Schlaggeräusche, an denen meine Boxen zu knabbern hatten. Die Sprachfetzen, welche in einem venezianischen Dialekt unheilvolle Blasphemien verbreiten, würde ich gerne mal einer Übersetzung vernehmen. Auch so klingt das Ganze allerdings schon beunruhigend genug. „Bastardo!“ dürfte einer speziellen Version gewidmet sein, die mit den perversen MINISTRY-Psalm 69-Anleihen aber sicher nur wenig anfangen kann. Noise Collagen, Stimmengewirr, etwas Percussion, ein paar Soundtrack-Anleihen: Das Gebräu ist durchaus innovativ zu nennen. Die beiden schlussendlichen Bearbeitungen darf man sich ebenso als nicht für die Disko relevant vorstellen… Dazu kommt dann noch ein Video zu „Piccina“, welches ebenso aus den Händen der Booklet Gestalter stammt und sich stilistisch daran anlehnt. Die Geschichte eines kleinen Mädchens, welches nacheinander Mutter, Vater und Großmutter um die Ecke bringt, dann das Waisenhaus in Flammen setzt und schlussendlich einen Pakt mit dem Teufel schmiedet. Zeichnerisch wirklich sehr ansprechend umgesetzt, die plakative Story.

Für Fans experimenteller elektronischer Musik mit einem Hang zum Okkulten sicher genau das richtige, hätte auch perfekt zum Punch Label gepasst. Sicher kein Sound zum Nebenbeihören, und das Verständnis der italienischen Sprache wäre beizeiten auch nicht hinderlich, doch das wird wahre Underground-Kenner sicher nicht stören. Zu beziehen direkt beim Label!

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