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TEMPLES - Sun Restructured

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Artist TEMPLES
Title Sun Restructured
Homepage TEMPLES
Label HEAVENLY RECORDINGS
Leserbewertung
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Mit „Sun“ haben TEMPLES eines der bisher besten Alben des Jahres 2014 vorgelegt, nun folgt ein knappes Dreivierteljahr später eine neu bearbeitete Version. Nun ist es mit Remixen – oder eben Restrukturierungen – von Platten, an denen es eigentlich auch so schon nichts zu meckern gab, immer so eine Sache: Was will man da noch besser machen?

Besser vielleicht nichts, aber eben anders. TEMPLES haben das Material ihres beeindruckenden Debüts in die fachkundigen Hände von BEYOND THE WIZARDS SLEEVE gegeben, also in die der Remixer und DJs Erol Alkan & Richard Norris, die im Kollektiv schon seit 2007 die Titel von Kollegen re-animieren und dabei dafür bekannt sind, gerne in Richtung Krautrock oder Psychedelia zu gehen. Was TEMPLES ja nun von Haus aus ebenfalls tun. Und tatsächlich verstärkt sich auf „Sun Restructured“ die psychedelische Dröhnung: Alkan und Norris lösen die klaren Songstrukturen gern zugunsten von trippigen Improvisationsflächen auf und verlieren sich gelegentlich in hypnotischen Rhythmusstrukturen, die auch schön auf alte ASHRA-TEMPEL-Platten gepasst hätten.

Es entspricht dabei durchaus dem Geist des Originals, dass für den Remix die gesamte Albumstruktur aufgebrochen und durchgeschüttelt wurde, um dann in neuer Reihenfolge und drastisch veränderter Funktion neu zusammengesetzt zu werden. Einige Tracks dienen nur noch als Inspiration, um Übergänge zwischen den Haupttiteln zu schaffen, die wiederum oft in ihre Hauptbestandteile zerlegt wurden und eine teilweise geniale Verstärkung ihrer emotionalen Wirkung erfahren. Ob die wuchtige Riffgitarre von „Sand Dance“ oder die rückwärts laufenden Bänder aus „Shelter Song“: BEYOND THE WIZARDS SLEEVE haben überall die Essenz herausgefiltert und konzentriert. Jedenfalls die instrumentale Essenz: James Bagshaws Gesang verschwindet in der restrukturierten Version über lange Strecken. Das mag dem psychedelischen Grundgedanken und der schamanischen Trance-Wirkung dienlich sein, ist aber schade für die Songs, die in der Ursprungsversion so stark mit ihren ungewöhnlichen Melodien punkten konnten. Und wenn die Titel so weit zerlegt werden, dass nur noch mit Mühe ein roter Faden erkennbar bleibt, stellt sich eben doch die Frage: Muss man alles, was technisch möglich ist, auch wirklich tun?

Aber was soll’s, „Sun“ gibt es ja deswegen trotzdem weiterhin, und man muss sich ja nicht für eine der beiden Platten entscheiden. „Restructured“ ist auf alle Fälle ein spannendes Experiment, das in seinem Anspruch durchaus fasziniert, auch wenn es mit dem verspielten Charme des Originals nicht mithalten kann.

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