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TENDER SOUVENIRS - Scars & Souvenirs

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Artist TENDER SOUVENIRS
Title Scars & Souvenirs
Homepage TENDER SOUVENIRS
Label AIRWAVES
Leserbewertung
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Dies ist wieder eins dieser Alben, wo man schlecht ohne die Worte „mäandern“ und „Soundkaskaden“ auskommt. Versuchen wir es trotzdem. Die Schweden TENDER SOUVENIRS legen mit „Scars & Souvenirs“ ihren Erstling vor und fügen damit dem Thema „Post-Rock“ ein neues Kapitel hinzu.

Da gehört es sich, dass die 7 Stücke alle mindestens Fünfeinhalb Minuten lang sind, manche sogar doppelt so lang dauern und sich abseits üblicher Songstrukturen bewegen. Um das Live-Feeling möglichst gut einzufangen, wurde jeder Song in nur einem Take und ohne Overdubs aufgenommen. Mit endlosem Indie-Gitarren-Geschrammel, dem einige Perkussion-Eruptionen zu Wellenbewegungen verhelfen, bewegt man sich auf den Fußspuren von Wegbereitern wie GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR. Unterlegt mit Loops, Samples und Soundscapes verwischen hier und da die Grenzen zum Ambient. Dann gesellt sich die Stimme von Martin Sassner hinzu, eher als weiteres Instrument, denn um deutliche Worte zu finden, was dann auch gerne mal an SIGUR ROS erinnert. Mit jedem weiteren Stück erreicht man diesen tranceähnlichen Zustand, wie nach 2000 geschwommenen Metern oder verheerendem Schlafentzug. Alles scheint ein wenig weiter weg stattzufinden, Geräusche nimmt man dumpfer als normal, wie durch Watte wahr. Fatalistisch ergibt man sich den Geschehnissen um einen herum und die eigenen Gedanken schleichen in Zeitlupe an einem vorbei. Das kann je nach Ausgangsstimmung erholsam oder ermüdend sein. Bei mir reduziert sich alles auf ein Gefühl: Schreckliche Einsamkeit. In kleinen Dosen kriecht mir die Musik wie Nervengift unter die Haut und legt meine Sinne langsam lahm, ehe alles wie auf dem Albumcover prophezeit nach fast einer Stunde sein apokalyptisches Ende findet und mich die plötzliche Stille aufschrecken lässt.

Ein gleichsam bedrückend wie interessantes Klangerlebnis, das jede Menge Platz fürs eigene Kopfkino lässt und schon zum Einstand enorm ausgereift klingt.

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