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TESTAMENT - The Formation of Damnation

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Artist TESTAMENT
Title The Formation of Damnation
Homepage TESTAMENT
Label NUCLEAR BLAST
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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8.4/10 (35 Bewertungen)

DARAUF hat die (Metal) Welt gewartet!!! Satte 9 (NEUN!) Jahre nach dem letzten Überwerk „The Gathering“ sind die Götter des Thrash Metals zurück…und verblasen eben jenes Referenzwerk mal eben aus dem Stand! Warum? Weil die Band endlich wieder in (fast) Originalbesetzung agiert. Greg Christian am Bass mag vielleicht noch nicht ganz so arg im Sound auffallen, aber der verlorene Sohn an der Klampfe ist zurück auf dem Pfad des Shreds: Alex Skolnick hat wieder Bock, allen Gitarristen dieses Planeten zu zeigen, wie’s geht! Und wer die „Live in London“-DVD/ CD sein eigen nennt bzw. die Band auf der „Re-Union“-Tour gesehen hat, der weiß, was für ein standing der Mann in der Szene hat. Da steht sogar mal Fronthühne Chuck Billy im Schatten! Das hat schon OZZY-Ausmaße.

„The Thrash Metal Album of the Year“ prangt da auf dem Frontcover-Sticker, passend vom Label platziert… und glatt mal die Untertreibung des Jahres! Mindestens „Thrash Metal Album of the Decade“ gehört „The Formation of Damnation“ genannt! Übertrieben? Dann möge man ein Album dieser Sparte nennen, welches auch nur annähernd diese Perfektion, diesen Spirit aufweist. Eben! Gibt es nicht. SO hat Thrash Metal anno 2008 zu klingen, eine Perfekte Balance zwischen old-school und Moderne, zwischen Melodie und Nackenbrecherbrett. Andy Sneap hat der Band einen auf sie zugeschneiderten Sound verpasst, der Mann muss schließlich wissen, wie’s geht. Das Artwork dieses formidabel aufgemachten Digi-Packs (Limited Edition mit DVD) passt sich dem Niveau an. Und noch etwas zeigt überdeutlich, wie sehr diese Scheibe herbeigesehnt wurde (neben den weltweiten „Platte des Monats“ Pole-Positions): Der ebenfalls weltweite enorm hohe Charteinstieg für eine reine Thrash Metal-Combo! Musik gibt’s natürlich auch noch…

Und wer nicht schon beim etwas über einminütigen Intro „For the Glory Of…“ völlig am Rad dreht, der hat die Ohren zu! Ein halber Song quasi schon, mit voller Instrumentierung. Spannungsaufbauend und mit melodischen Gitarren/ Soli, die nur das Duo Skolnick/ Peterson hervorzaubern kann! Geht direkt über in einen der nächsten TESTAMENT Live-Alltime-Classics: „More than Meets the Eye“. Damit übertrifft die Band sogar ihre eigenen 80er-Smasher der „New Order/ Practice“-Phase! Weil man einfach 20 Jahre gereifter ist. Mörderische Nackenbrecher-Moshparts treffen auf obermelodische Gitarren, die nur Skolnick kann. Chuck sing-brüllt besser denn je und dass die Rhythmus-Sektion mit Greg und Schlagzeuger Paul Bostaph alles umpumpt, steht außer Frage. Dass die Band auf der Re-Union-Tour wieder schwer Blut an der eigenen Vergangenheit geleckt hat, merkt man dem progressiven aber dennoch mordsfetten „The Evil has Landed“ an. Könnte auch locker auf „The New Order“ oder „Practice what You Preach“ stehen und würde zu den absoluten Highlights zählen! Und die beiden Werke sind immerhin 20 Jahre her. Da zeigt sich dann auch wieder der enorme Einfluss von Skolnick, der durch seine jazzigen Solosachen jetzt noch vielfältiger und gefühlvoller zockt, wie er es damals schon tat. Mit dem Highspeed-Titeltrack und einem Death Metal-lastigen Chuck bollert man sich sogar locker „The Gathering“ vom Hals. Aber auch hier wird nicht einfach nur straight drauflos geholzt. Trotzdem werden mit der Band aufgewachsene Semester Probleme bekommen, ein solches Pensum auch Live durchzuhalten… (der Rezensent schafft’s seit Demo-Tagen…) Mit „Dangers of the Faithless“ nimmt man erstmal mächtig Wind aus den Segeln, groovt wie Hölle und soliert brillant, wie eben seit 20 Jahren nicht mehr. Und genau das macht TESTAMENT auch für eigentliche nicht-Thrasher interessant. Das ohne Pause anschliessende „The Persecuted won’t Forget“ thrasht dafür wieder mit Highspeed ins Hirn, slowt aber im Mittelpart mächtig down. Pauls Doublebass raucht trotzdem mächtig, ebenso die Klampfen.

Wie man absolut perfekt 80er-Thrash Metal im Jahr 2008 zelebriert zeigt das mordsmäßig treibende „Henchmen Ride“, welches vom Songwriting her auch auf das 87er-Debut „The Legacy“ gepasst hätte! Steht auf einer Stufe mit Klassikern vom Schlage „Over the Wall“ oder „Apocalyptic City“, nur eben besser produziert und mit 20 Jahren Erfahrung eingeholzt. In eine ähnliche Kerbe schlägt das fette „Killing Season“. Allerdings, und das ist die ganz große Kunst, hat man zu keiner Zeit das Gefühl, das die Herren nur munter bei sich selber klauen, um alte Zeiten heraufzubeschwören… hat man auch gar nicht nötig. OK, den ungezügelten Spirit der jungen Wilden mit der damaligen Metal-Aufbruchstimmung kann (und will) man natürlich nicht reproduzieren. Dafür kommen die Songs halt feingeschliffener daher, die Tracks der 80er hören sich Live heutzutage ja auch nicht mehr so an, wie die Originale auf den Scheiben. Mit dem recht melodischen Banger „After Life“ folgt der nächste Hit (geht wieder Richtung „Practice“), welcher von dem schnellen Skolnick-Techniker „F.E.A.R.“ gefolgt wird. Alleine diesen Saitenhexer Live zu erleben ist das Eintrittsgeld für ein Konzert wert! Dem der Rest der Band allerdings in nichts nachsteht. Das ruhig beginnende und immer wieder in diese Atmosphäre fallende „Leave Me Forever“ thrasht zwischendrin treibend, wie nur TESTAMENT das hinbekommen. Die Soli sind einmal mehr meilenweit vor allen anderen Thrash-Klampfern, da kann man sich locker mit der Prog/ Power-Elite messen!

Unterm Strich gibt es also keinen Grund, sich diese 50-minütige Lehrstunde in Sachen Thrash Metal nicht zuzulegen, ein von der ersten bis zur letzten Sekunde perfektes Gewitter! PFLICHTKAUF!!!

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