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THANATOS - Undead. Unholy. Divine.

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Artist THANATOS
Title Undead. Unholy. Divine.
Homepage THANATOS
Label BLACK LOTUS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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Die erste Phase der Rückkehr ist beendet: Mit „Undead. Unholy. Divine.“ legen THANATOS das zweite Album nach ihrem heißerwarteten Comeback Anfang des neuen Jahrtausends vor. Die beiden Frühwerke wurden wiederveröffentlicht, die alten Demos als Bonustracks mit draufgepackt und Weggefährten aus der Vergangenheit wie JUDGEMENT DAY jubelten. Als erste Death Metal Band der Niederlande kann diese Formation auf eine bewegte Geschichte zurückblicken, die nach einem vielverheißenden Start bereits 1992 aufgrund von Streitigkeiten mit der Plattenfirma endete – just in dem Moment, als die Szene explodierte. Stephen Gebedi trommelte in den Jahren die folgten bei ELEGY, gönnte sich ein paar Thrash-Sessions mit Freunden und hörte nichts anderes als die Musik aus den goldenen Jahren. Mit THANATOS hört der Spaß wieder auf, denn der inzwischen 36-jährige will es noch einmal wissen.

Einfach nur auf der Bühne ein paar Saiten anschlagen und 500 mickrige Kopien verkaufen kam für ihn somit nie in Frage. Auch das leidliche Kopieren von den Florida-Protagonisten sollte ausgeschlossen bleiben, denn wozu eine Platte im Stile von MORBID ANGEL oder den von Gebedi so verehrten CANNIBAL CORPSE aufnehmen, wenn es die Originale noch gibt? „Angelic Encounter“ darf man somit als die Versöhnung mit dem am Höhepunkt abgebrochenen ersten Kapitel deuten. Schließlich stand bei dem Vorgängeralbum die direkte, ungezwungene Herangehensweise des Debüts im Mittelpunkt, wurde sogar offen thematisiert. Bei „Undead. Unholy. Divine.“ geht es um mehr, nämlich die Ergänzung des Bewährten um zeitgenössische Einflüsse. Das bedeutet in diesem Fall: Kurze Exkursionen ins Atmosphärische und eine moderne, eigenwillige Produktion. Da alle Instrumente sowie die Stimme gleichzeitig im Vordergrund zu stehen scheinen, ist man zunächst geneigt zu sagen, es handele sich hierbei um einen Sound mit wenig Tiefe. Doch durch diese Massierung an der Oberfläche tun sich hinter der Band pechschwarze Abgründe auf. Von der morbiden Grundstimmung profitieren demgemäss vor allem die Mid-Tempo-Stücke, die nicht so heftig, dafür aber umso horrender und geisterhaft daherkommen. Das extrem träge „The Sign of Sedako“ zeigt diesbezüglich, in welche Richtung sich THANATOS bewegen könnten. Misanthropischer Doom schlurft wie ein Zombie mit Handschellen an den Knöcheln den letzten Gang zum Todesstuhl herunter. Auch die Ausbruchversuche aus dem Zwangskorsett wirken befreiend und inspirierend: Spacige Soli sorgen für entrückende Momente und der Titeltrack weist einen ungemein spannenden Instrumentalteil auf, der den Deckel immer schön auf dem Top belässt, während die entweichenden Dampfwölkchen dämonische Fratzen an die Wand des Totenhauses werfen. Schwächer ist man allerdings immer dann, wenn man eisern den Geboten des Genres folgt: „Devour the Living“ ist eine Standardnummer, wie man sie von tausend anderen Kapellen kennt, „Godforsaken“ nur ordentlich heruntergespulter Death ohne Ecken und Kanten oder eigenes Profil.

Dass THANATOS zu bedeutend mehr im Stande sind, belegt „The Sweet Suffering“: Wie mit Lichtgeschwindigkeit fliegen die Musiker, agieren mit einer Präsenz, die man ihnen schon nicht mehr zugetraut hätte. Doch der Spuk ist viel zu schnell vorbei und damit auch das Album. Besser als „40 Minutes to Impact“ ihrer bereits genannten Freunde von JUDGEMENT DAY ist das allemal, packender auch und mit starken Texten versehen. Nur enttäuscht bei einer derart erfahrenen Truppe ein wenig die fehlende Konstanz. An ihrer unheiligen Gesinnung haben wir nie gezweifelt, dass sie wie Untote aus dem Grab auferstehen können, haben sie unter Beweis gestellt. Doch den Sprung zur Göttlichkeit muss sich die Band für einen nächsten Versuch aufheben.

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