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THANK U FOR SMOKING - Yomi

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Artist THANK U FOR SMOKING
Title Yomi
Homepage THANK U FOR SMOKING
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

THANK U FOR SMOKING ist ein seit 2009 aktives, italienisches Bandprojekt, das mit „Yomi“ sein zweites offizielles Album vorlegt. Abgesehen vom Debüt „Dopo La Quiete“ (2012) und einer diesbezüglichen Kollaboration mit einer Produktionsfirma, die eine DVD mit Naturaufnahmen namens „Island“ dazu veröffentlicht hat, hat man zuvor bereits an diversen Soundtracks für Independent-Filme mitgewirkt.

Der Begriff Filmmusik beschreibt den Charakter von „Yomi“ tatsächlich auch sehr treffend. Ich bin geneigt, das 50-minütige Werk als Instrumentalalbum zu bezeichnen. Zwar gibt es Gesang, jedoch findet dieser fernab von allen gängigen (Rock-) Songstrukturen statt. Vielmehr ist die – ohnehin nur sporadisch auftretende – seltsam distanziert und gleichzeitig subtil lasziv anmutende Stimme von Aurora Atzeni als weitere Instrumentalspur zu betrachten, die sich gleichberechtigt mit den unzähligen Gitarren-, Bass-, Glockenspiel- und Streicherlinien zu einem homogenen Gesamtklangbild vereint. Entstanden sind die neun Tracks auf „Yomi“ aus stundenlangen Improvisations-Sessions, die im Nachgang zu ohrgerechten, atmosphärisch kompakten Stücken arrangiert wurden. Der Sound ist hier das Konzept. Die diesen dominierenden Gitarren- und Bassspuren, die von clean gezupft bis zu dröhnendem Doom ein extrem breites Spektrum abdecken, sind wie einzelne Klangschichten übereinander gelegt. Begleitet werden sie von diversen Effekten, Glockenspiel, Saxophon und Streichern, dezent angetrieben von (nur zunächst) beinahe im Hintergrund stehend erscheinenden Drums, die jedoch letztendlich der Musik den nötigen Druck und Drang nach vorn verleihen. Im Grunde ist das lupenreiner Postrock, nur sind THANK U FOR SMOKING dafür um einiges zu hart. Der eher als Intro denn als vollwertiger Song zu verstehende Titelsong „Yomi“ stimmt den Hörnerv stattdessen auf Ambient Doom-Sounds á la NADJA ein. Ganz so ambient bleibt das Album in der Folge jedoch nicht, wobei es – ganz dem Grundgedanken der ursprünglichen Improvisation Rechnung tragend – kaum Sinn zu machen scheint, einzelne Songs hervorzuheben. Dieses Album ist vielmehr eine Reise durch von avantgardistischem Noise und schwerem Doom geprägte Klanglandschaften, die einen zum Verweilen und zum Fallenlassen einladen; in dem wohligen Gefühl der Sicherheit, beim versehentlichen Absturz über eine allzu scharfe Riffkante jederzeit von der nächsten, in unmittelbarer Nähe befindlichen, tragenden Melodie aufgefangen zu werden.

Genau auf diese Weise entfalten THANK U FOR SMOKING ihre ganze Kraft, die sich eben nicht auf besonders einprägsame Hooklines oder gar einzelne, aufsehenerregende Riff-Arrangements gründet, sondern auf die völlig unaufgeregte, aber doch in jeder Sekunde absolut mitreißende Art, den Hörer unfallfrei und ohne jegliche Holprigkeit durch die unterschiedlichsten Gemütslagen zu transportieren. Selbiges ist der Band zufolge auch die Intention hinter „Yomi“, womit der Kreis geschlossen wäre, ebenso wie diese Rezension, die allerdings eine unbedingte Kaufempfehlung für alle diejenigen beinhaltet, die etwas mit JAKOB, END OF LEVEL BOSS oder auch A STORM OF LIGHT anfangen können.

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