Band Filter

Request did not return a valid result

THE 11TH HOUR - Burden of Grief

VN:F [1.9.22_1171]
Artist THE 11TH HOUR
Title Burden of Grief
Homepage THE 11TH HOUR
Label NAPALM RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Ed Warby ist in der Extrem-Metal-Szene kein Unbekannter und wird von den Fans für sein Schaffen bei Bands wie HAIL OF BULLETS oder auch GOREFEST geschätzt. In Zusammenarbeit mit Rogga Johansson, den man von so illustren Kapellen wie EDGE OF SANITY, RIBSPREADER, oder auch PAGANIZER kennt, ist er der Kopf hinter THE 11TH HOUR. Überraschenderweise ist „Burden Of Grief“ aber kein (reines) Death Metal Werk geworden, wenn man auch Death Metal-Vocals zu genüge in den sechs langen Songs des Albums findet. Nein, musikalisch widmet man sich dem Doom Metal, der sich stilistisch an Bands wie alte CANDLEMASS oder SOLITUDE AETURNUS orientiert und somit die Doom/ Death-Schule von Bands wie den frühen PARADISE LOST, MY DYING BRIDE, BEYOND BELIEF und Konsorten mal außen vor lässt.

„Burden Of Grief“ ist ein sehr, sehr düsteres Album geworden, welches aber nicht nur die genretypischen elegischen Momente zelebriert, sondern auch sehr wütend und aggressiv klingen kann. Natürlich singen Ed und Rogga nicht über die Glücksbärchen und Blumenwiesen, sondern gehen thematisch dunkel zu werke, haben sich dabei aber auf einen realistischen thematischen Ansatz verlegt, der die letzten dunklen Stunden eines todkranken, von Nachtmahren geplagten Menschen wiedergibt. Gerade dieses düstere Thema wird musikalisch perfekt umgesetzt. Trauer und Verzweiflung ob des unausweichlichen Endes durch elegische Momente und einen klagenden, deprimierenden Gesang, für den sich Warby verantwortlich zeigt, gepaart mit den hasserfüllten Deathgrunts von Johansson, welche die Wut symbolisieren, die der Protagonist fühlt, sich seinem Schicksal so hilflos fügen zu müssen. Selten wurden Musik und Lyrics so intensiv verwoben, wie es hier der Fall ist.

„Burden Of Grief“ ist extrem heavy und schwermütig und weckt ein wenig Erinnerungen an “Epicus Doomicus Metalicus”, das legendäre CANDLEMASS-Debüt, welches wohl noch heute ein unübertroffener Genremeilenstein ist. Die Gitarren sägen sich schwermütig, aber ebenso unerbittlich traurige Melodien spielend, in Herz und Hirn, die depressive Atmosphäre kommt einem Alpdruck gleich und Verzweiflung breitet sich aus. In einem frühen Interview, welches ich einmal mit KATATONIA führte, sagte ihr Sänger einmal, nur traurige Musik sei für ihn schöne Musik, wenn dies zutrifft, dann sind THE 11TH HOUR wunderschön, denn ihre Musik entzückt durch ihre Schönheit, zerreißt aber auch das Herz durch die musikalische Elegie, die sie freisetzt und die ganz schön an die Nieren geht. Wenn man wirklich in dieses Album eintauchen mag, wird man auf eine unglaublich intensive Reise, bestehend aus Verlust und Schmerz geschickt, die aber gleichzeitig so schön ist, dass man sich der Faszination dieses Werkes nicht entziehen kann.

Sicherlich ist „Burden Of Grief“ keine CD, die man sich den ganzen Tag lang anhören kann, und Rasierklingen und scharfe Gegenstände sollten labilen Hörer auch lieber beim Starten der CD außer Reichweite gelegt haben, aber sie ist ebenso ein kleines Juwel, welches Genrefans unbedingt benötigen und auch von allen anderen einmal probegehört werden sollte. Dennoch muss ich jetzt erst mal eine Runde RAMONES hören und meine Frau in den Arm nehmen, um die dunklen Schatten wieder abzuschütteln, die THE 11TH HOUR über meiner Seele verbreitet haben.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu THE 11TH HOUR