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THE 69 EYES - X

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Artist THE 69 EYES
Title X
Homepage THE 69 EYES
Label NUCLEAR BLAST
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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3.9/10 (11 Bewertungen)

Vor drei Jahren waren sie selbst noch „Back In Blood“. Jetzt, auf ihrem mittlerweile elften Studioalbum, wollen die 69 EYES die nicht näher bezeichnete Geliebte „Back In Black“, und das klingt, wie nicht anders zu erwarten, bei ihnen so ganz anders als bei AC/DC. Es klingt vor allem wie immer nach melodischem Gothic-Rock, der sich auch im Jahr 2012 noch großzügig bei den SISTERS OF MERCY bedient. Das geht in Ordnung; was gut ist, muss man schließlich nicht ständig verändern. Vordergründig tritt das, man verzeihe mir den Flachwitz, etwas ausgelutschte Vampirthema mal ein bisschen in den Hintergrund, aber von Gräbern und Grabsteinen ist natürlich noch oft genug die Rede, und die Herren um Jyrki und Jussi 69 bedienen sich auch sonst noch häufigst bei den alten Gothic-Helden – „I Love The Darkness In You“ zitiert beispielsweise launig den alten BAUHAUS-Klassiker „She’s In Parties“, kombiniert das aber gelungen mit einem psychedelischen Orgel-Motiv und ansonsten jeder Menge straight gespieltem Gitarrenrock.

Hin und wieder probieren die 69 EYES aber auch mal was anderes. „Borderline“ beispielsweise kommt mit viel Americana-Feeling und einer stimmungsvollen Westerngitarre daher, und das funktioniert erstaunlich gut, auch, weil Jyrkis Bariton prächtig zum Ritt in den Sonnenuntergang passt. „I’m Ready“ hingegen macht bedingungslos auf Schweinerock á la AEROSMITH und lässt weder textlich noch musikalisch irgendein Klischee aus, von den Allzeit-Bereit-Bekundungen bis zu den Piano-Glissandos und den souligen Begleitsängerinnen. Nun ist hemmungsloser Klischeegebrauch bei den 69 EYES gewissermaßen ja Programm und wird in der Regel auch nicht ohne Augenzwinkern eingesetzt, aber Vampirklischees sind nun mal einfach cooler als Macho-Rockertum, der hier genauso verzichtbar ist wie sonst wo.

Ansonsten ist „X“ allerdings ein ordentliches Album voller brauchbarer, durchaus gelungener Songs, mal melancholisch-melodisch wie die erste Single „Red“, mal melancholisch-rockig wie der knackige Opener „Love Runs Away“, der auch gleich zu den besten Titeln dieses Albums zählt. Die nörgelige Kritikerseele würde gern drauf hinweisen, dass Überraschungen und Neuerungen sich in sehr überschaubaren Grenzen halten und dass auch ein richtig herausragender Überfliegertitel vom Kaliber eines „Brandon Lee“ fehlt. Der alte Grufti hingegen freut sich einfach, dass es Bands wie die 69 EYES gibt, die unentwegt das schwarze Banner des Gitarren-Goth hochhalten und das Feld immer noch nicht kampflos den synthi-lastigen Darkwavern überlassen wollen. Und außerdem: Gerade die erste Hälfte des Albums entwickelt, je öfter man sie hört, eben doch diese schöne, wohlig-düstere, typische Finnen-Atmosphäre. Und irgendwie kommt die auch ganz gut ohne ein Feuerwerk neuer Ideen aus.

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