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THE ACACIA STRAIN - Continent

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Artist THE ACACIA STRAIN
Title Continent
Homepage THE ACACIA STRAIN
Label PROSTHETIC RECORDS
Leserbewertung
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8.0/10 (3 Bewertungen)

„Die Minute, in der du versuchst es zu definieren, ist exakt der Moment, in dem es all seine tatsächliche Bedeutung verliert.“ – Ein Satz, der jedem Rezensent wie ein erhobener Zeige- und gleichzeitig wie ein kräftig entgegengestreckter Mittelfinger entgegenschlägt. Entsprungen ist er Vincent Bennett, seines Zeichens Shouter der Band THE ACACIA STRAIN und im Pressetext zu deren neuem Werk „Continent“ zu finden. Er bezieht sich dabei auf den Versuch, die Musik der Band zu beschreiben und lässt mich somit ein wenig mit meinem Gewissen kämpfen: Wie beschreibe ich nun die 11 Kompositionen des Albums, ohne dabei ihre Bedeutung zu zerstören?

Sollte ich auf mein Pflichtbewusstsein hören und einfach schreiben, dass Massaschusetts’ selbsternannte „heaviest band“ gepflegten Deathcore mit durchgehendem „auf die Schnauze“-Charakter bietet und dabei gleichzeitig nie ein gehobenes Maß an Groove vernachlässigt? Dass die Hardcore Shouts von bereits erwähntem Herrn Bennett dabei so überzeugend wie leider auch über die vollen gut 40 Minuten des Longplayers ein wenig monoton sind? Sollte ich ohne Berücksichtigung der mahnenden Worte und Konsequenzen darüber berichten, wie gut sich die schnellen, donnernden Parts mit gnadenlosen Breaks abwechseln und darüberhinaus die Arbeit aus technischer Sicht betrachtet sehr solide und sauber ist? Gleicht der Hinweis, dass Songs wie der Opener „Skynet“ einfach nur so zum abgehen und mitshouten („Your fucking dead“) einladen, „Forget-Me-Now“ einen direkt zum 2-Step auffordert und dass beispielsweise „Balboa Towers“ und „Seaward“ einen fröhlich zu Grunde riffen, nicht doch vielleicht eventuelle Bedeutungslosigkeit wieder aus? Ich bin mir da nicht sicher. Vielleicht verschweige ich also doch besser, wie die in Musik verpackte Aggression den Willen zum moshen in einem jeden Freund von Blastbeats und Breakdowns beschwört und trotzdem einen gewissen Anspruch in Sachen Songwriting gekonnt in sich trägt. Nichts würde ich von der ebenfalls immer ein wenig mitschwingenden Melancholie preisgeben, welche passend zum sehr schicken, detailreichen Cover ein leichtes Weltuntergangsfeeling erzeugt. Ebenso bleibt dann wohl besser unerwähnt, dass auch das abschließende Instrumentalstück „The Behemoth“, welches erst ruhig beginnt und dann an Kraft gewinnt, vor allem durch sein schönes Gitarrensolo und die Melodie vollends zu überzeugen weiß. Ich behalte es einfach für mich, dass sich „Skynet“, „JFC“ „Balboa Towers“ und wie sie nicht alle heißen nicht die innovativsten, aber dennoch äußerst gute, voller Energie strotzende Deathcore-Sprengsätze sind, die zwar am alle samt am Stück etwas anstrengend zu hören sind, doch in Häppchen einfach mit- anstatt zerreißen!

Allerdings – wirklich wohl fühle ich mich bei der Entscheidung, den Satz am Anfang zu beherzigen und somit den Fall des Liedgutes auf THE ACACIA STRAINs „Continent“ in die Bedeutungslosigkeit abzuwenden, nun auch nicht. Das wäre ein stückweit egoistisch und entspräche nicht meiner Aufgabe. Ach, ich weiß es doch auch nicht! Eine Zwickmühle, bei der ich um ein wenig Bedenkzeit bitte, um den Ausweg zu finden. Während dessen höre ich mir das Album noch weitere Male mit dem Finger auf der „Lautstärke +“-Taste meiner Anlage an. Dies kann ich euch, wo ihr im Moment eh nichts anderes tun könnt als auf meine Entscheidung zu warten, ebenfalls nur empfehlen!

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