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THE AIRBORNE TOXIC EVENT - Dope Machines

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Artist THE AIRBORNE TOXIC EVENT
Title Dope Machines
Homepage THE AIRBORNE TOXIC EVENT
Label SONY
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Inzwischen ist es bald zehn Jahre her, dass der angehende Schriftsteller Mikel Jollett beschloss, sein Leben mit der Gründung einer Rockband komplett umzukrempeln. Voraus gegangen war zu diesem Zeitpunkt, dass innerhalb von nur sieben Tagen bei seiner Mutter Krebs diagnostiziert wurde, seine langjährige Freundin Schluss gemacht hatte und bei ihm eine seltene Autoimmunkrankheit festgestellt wurde. Da kann man schon mal extrem reagieren und auch wenn die Ärzte vermutlich eher zu gesunder Ernährung sowie zu viel Bewegung und Schlaf geraten hätten, dürfen wir uns glücklich schätzen, dass auf diese Weise THE AIRBORNE TOXIC EVENT aus der Taufe gehoben wurde. Inzwischen präsentieren Bandleader Jollett (Vocals, Gitarre & Keys) nebst den Kollegen Steven Chen (Gitarre & Keys), Anna Bulbrock (Bratsche, Keys, Tambourin & Backing Vocals), Adrian Rodriguez (Bass & Backing Vocals) sowie Daren Taylor (Schlagzeug) den vierten TATE-Silberling „Dope Machines“ und damit auch eine stilistische Neuausrichtung der Kapelle aus dem sonnigen Los Feliz in Kalifornien.

Nach einer langen Zeit der Gitarren-Dominanz haben nämlich die Synthies das Sagen auf „Dope Machines“ übernommen. Diese Neuerung zeichnete sich bereits bei der ersten Singleauskopplung „Wrong“ ab und tatsächlich mag es für den einen oder anderen Fan falsch klingen, was dank des Openers an pumpender Elektronik aus den Boxen kommt. Doch man sollte dem Song und auch der ganzen Platte eine Chance geben, es braucht einfach ein bisschen, um mit dem neuen TATE-Style warm zu werden. Okay, der Nachfolger „One Time Things“ dümpelt ein wenig zahnlos vor sich hin, aber der treibende Titeltrack „Dope Machines“ holt es wieder raus und lässt zudem auch die verzerrten Krachlatten wieder sprechen. Beim entspannten „California“ rückt zunächst Mikels raue Stimme in den Mittelpunkt, bevor „Time To Be A Man“ zum großen (und gelungenen) Pathos-Rundumschlag ausholt. „Hell And Back“ empfiehlt sich mit halbakustischen „Nanana“-Gesängen insbesondere für den temperamentvollen Live-Vortrag und lässt die VÖ „God And Whiskey“ schmerzlich vermissen. Diesen akustischen Sidekick zu „Dope Machines“ gibt es nur via Download über die Bandhomepage, aber ersatzweise darf man seine Gehörgänge auch mit dem gefühlvollen „My Childish Bride“ verwöhnen, ehe „The Thing About Dreams“ sperriger daherkommt und „Something You Lost“ mit halligen Keyboard-Flächen eine sphärische Slo-Mo-Atmosphäre schafft. Bleibt noch „Chains“, das den Longplayer mit einem großen Paukenschlag und lebhaften Streichern beendet.

Vermutlich hätten THE TOXIC AIRBORNE EVENT im Sinne ihrer langjährigen Anhänger gut daran getan, die (stromlosen) Langäxte nicht in die zweite Reihe zu verbannen. Eine Doppel-CD besteht aus den Tracks von „Dope Machines“ und „God And Whiskey“  hätte möglicherweise diejenigen Gemüter etwas beruhigt, denen die Keys auf der jüngsten Langrille zu prägnant sind. Ich würde mich jedenfalls über einen Mix aus beidem freuen und hoffe, dass ich es im April endlich auch einmal schaffe, TATE live zu erleben, dann ist der Fünfer nämlich wieder einmal in unseren Gefilden auf Konzertreise und bislang musste ich leider immer passen. Das soll sich jedoch 2015 ändern und auch der Terrorverlag-Leserschaft kann ich THE AIRBORNE TOXIC EVENT nur ans Herz legen.

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