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THE ALICKA PROBLEM - Best Music

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Artist THE ALICKA PROBLEM
Title Best Music
Homepage THE ALICKA PROBLEM
Label MES MUSIC
Leserbewertung
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7.8/10 (9 Bewertungen)

Welche Unwägbarkeiten des Lebens für die Namensgebung des musikalischen Projektes der albanisch-stämmigen Geschwister Julia (Bass, Gesang) und Joni (Gitarre, Gesang) Alicka Pate gestanden haben mögen, bleibt uns leider verborgen. Fakt jedoch ist: Zusammen mit Schlagzeuger Daniel Mudrack bilden sie THE ALICKA PROBLEM und haben mit „Best Music“ nun ihre zweite EP veröffentlicht.

Der Albumtitel verspricht natürlich Einiges und sorgt beim Rezensenten zunächst für ein besorgtes Stirnrunzeln. Dieses weicht jedoch bereits nach den ersten paar Takten des treffend betitelten Openers „Strange Periods Of Our Life Should Last Forever“ geschlossenen Augen und einem versunkenen Kopfnicken. Lodernder, sich sanft steigernder Postrock mit solide aufgebauten Klangräumen in bester PG.LOST-Manier. Im folgenden, beklemmend distanziert wirkenden „Southern Soldier“ kommt dann das erste Mal Gesang dazu. Joni Alickas Stimme bestimmt mit ihrem sonoren Charakter die leicht unterkühlte Atmosphäre des Tracks. Im Gegensatz dazu strahlt der Gesang seiner Schwester Julia die Wärme eines wohlig knisternden Kaminfeuers aus, zum Beispiel im mit einem pumpenden Riff beginnenden „Milk“, was nach ein paar Takten zu einer zarten Ballade mutiert. Der Song unterscheidet sich in seiner Reduziertheit ein wenig vom Rest des Albums, was besonders dadurch zur Geltung kommt, dass er von zwei kurzen, experimentellen Zwischenspielen eingerahmt wurde, die wie eine Art Brücke zwischen den verschiedenen „Ufern“ des Albums fungieren, über die der Zuhörer sich tragen lassen muss, will er „Best Music“ in seiner vollen Bandbreite erfassen. Letzteres lohnt sich in jedem Fall, denn gerade die beiden abschließenden Songs „Opium“ und „White“ sind großartige Beispiele für den faszinierenden Kontrast aus Intimität und Unnahbarkeit, den THE ALICKA PROBLEM in sich bergen und scheinbar völlig natürlich und verrenkungsfrei (im musikalischen Sinne) auf „Best Music“ verkörpern. „Opium“ wird getragen von der lasziven Fragilität in Julia Alickas Gesang und erinnert mit seinem leicht Trip-Hoppigen Unterton ansatzweise an PORTISHEAD, das finale „White“ schließlich fügt sich nahtlos an und punktet mit jazziger Klangerotik, die einen gefangen nimmt und die Hand zur Repeat-Taste (was denkt ihr denn, ihr Ferkel…) gleiten lässt.

„We don’t make music – it makes us” sagen THE ALICKA PROBLEM selbst. Wohl genau aus diesem Grund klingt “Best Music” so authentisch und homogen. Alle, die etwas mit den bereits genannten PG.LOST, P:HON (die wohl leider sowieso kaum jemand kennt), MONO oder RED SPAROWES anfangen können, sollten auf jeden Fall ein Ohr riskieren.

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