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THE ANNA THOMPSONS - s/t

VN:F [1.9.22_1171]
Artist THE ANNA THOMPSONS
Title s/t
Homepage THE ANNA THOMPSONS
Label MOTOR
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
10.0/10 (1 Bewertungen)

THE ANNA THOMPSONS sind vier Ladies, die aus den USA, Kanada und Spanien dem Ruf des Rock’N’Rolls nach Berlin gefolgt sind. Zwei tragen tatsächlich den Nachnamen Thompson: Ambika (Gitarre, Synthie & Gesang) und Karen (Bass & Gesang). Über ihre verwandtschaftlichen Verhältnisse vermag ich allerdings nichts zu sagen. Bleiben noch Ana Catalá (Gitarre, Synthies & Gesang) und Kristen Munchheimer (Drums & Gesang), mit denen sich die Erstgenannten im Herbst 2011 in einem modrigen Neuköllner Keller zu ersten Proben trafen. Aus den KATE-BUSH-, WIRE- und JOY-DIVISION-Covern ist dabei irgendwie nichts geworden und das Kleeblatt verlegte sich stattdessen auf eigene Songs.

Der mehrstimmige Opener „Phone Richie“ klingt dabei ein wenig wie die Damen-Knast-Kapelle BANDITS aus dem gleichnamigen Film und fordert stundenlangen Sex, während das nachfolgende „Amazing Grace“ mit einer verzerrten Basslinie Auszüge aus einer Grace-Jones-Biografie zum Besten gibt und „Bleeding Through“ mit hallender Gitarre und verträumten Synthie-Melodien zuckrig ins Ohr flutscht. „Fuck You“ spricht mit schwungvollen Hooks für sich und das grummelnde „Hey Pony“ hat sich des Pferdefleisch-Skandals angenommen, wohingegen die Garagen-Sounds von „Spain Attacks“ auf die spanische Wirtschaftskrise verweisen. Mit viel Temperament schließt sich „Heartbreaker“ an, bevor „Unicorn“ einen sanften Einstieg wählt, um von kleinen Eruptionen gefolgt zum treibenden Höhepunkt zu klettern. „Suspiria“ bittet zum Tanze auf einem dieser kleinen Dancefloors in einem der vielen Kreuzberger Kellerclubs, in dem auch KING KHAN auf die Mädels aufmerksam wurde. Inzwischen hat der Mann nicht nur das Debüt der Thompsons produziert, sondern auch im Video zu „Phone Richie“ mitgespielt. Ein wenig schräg kommt wenig später „Splashy“ daher und mit „Castillos“ serviert das Quartett ein spanisches Finale mit einem gewissen Indie-Humtata-Timbre.

THE ANNA THOMPSONS wirken auf ihrem selbstbetitelten Debüt gelegentlich eine Spur zu überdreht, was die Musik mitunter etwas anstrengend macht. Gleichzeitig sind die Girls aber zweifellos unterhaltsam und halt auf eine durchaus sympathische Art ein bisschen abgedreht. Einen großen kommerziellen Wurf werden sie mit ihrer Platte nicht machen, aber man hört ihr an, dass sie mit Herzblut und viel Spaß an der Freude gemacht wurde. Und das ist es letztlich, was zählt.

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