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THE BASEBALLS - Game Day

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Artist THE BASEBALLS
Title Game Day
Homepage THE BASEBALLS
Label WARNER
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.3/10 (4 Bewertungen)

Als Sam, Digger und Basti sich 2007 in der Gemeinschaftsküche eines Berliner Probenraumkomplexes kennenlernten, hätten die drei wohl nicht damit gerechnet, mit ihren Rockabilly-Covern bekannter Popsongs so erfolgreich zu werden. Was als kleines Experiment mit RIHANNAs „Umbrella“ begann, führte das Trio nicht nur mehrfach kreuz und quer durch die Republik, sondern auch nach Skandinavien, Russland und sogar Australien. Nur RAMMSTEIN und TOKIO HOTEL können einen ähnlichen Erfolg im Ausland für sich verbuchen wie dies bei den BASEBALLS der Fall ist. Keine Frage, dass es da für das 2009er Debüt „Strike!“ mehrfach Edelmetall geben musste und auch der Nachfolger „Strings’n’Stripes“ fand sich zwei Jahre später international auf oberen Chartplätzen wieder. Eine Live-CD und DVD folgte 2012 und natürlich das Weihnachtsalbum „Good Ol’ Christmas“, das live mit der Neuen Philharmonie Frankfurt performt und eine der erfolgreichsten Weihnachtsalben Deutschlands wurde. Jetzt ist „Game Day“ und damit beschreiten die Voc’n’Roller erstmals musikalisches Neuland.

Keine Angst, wilder Rock’n’Roll und heiße Hüftschwünge haben bei den Herrschaften immer noch erste Priorität, aber es wird nicht mehr ausschließlich gecovert, sondern überwiegend eigenes Material präsentiert. Der knackige Opener „Let It Go“ beweist umgehend, dass THE BASEBALLS dafür auch genügend gute Ideen haben und auch wenn das groovende „Mo Hotta Mo Betta“ die ESC-Gemeinde beim deutschen Vorentscheid nicht überzeugen konnte, passt die Nummer doch bestens zu den Wahl-Berlinern, die mit „Goodbye Peggy Sue“ ihre Liebe zum Rock’n’Roll zelebrieren und deutlich machen, dass sich dieser Leidenschaft auch keine Frau in den Weg stellen darf. Wer sich beim Hören von „Royals“ denkt: „Das kenne ich doch, hab’s aber irgendwie viel ruhiger in Erinnerung!“ liegt richtig, denn der Titel wird im Original von LORDE zum Besten gebracht und hat beim flotten Dreier ein lebhaftes Lifting erfahren. Mit schmachtendem Schmelz schließt sich „My Baby Left Me For A DJ“ an, bevor „Retrospect“ dank mitreißender Melodien und Handclaps auf die Hüften geht. Ein wenig cooler präsentiert sich „#Flashblack“, das ebenso wie „Bull’s Eye“ den direkten Weg in Ohr und Bein findet. „On My Way“ serviert temporeiche Mucke mit viel Gefühl, drei begnadeten Sängern und einer tollen Begleitband, ehe „Video Games“ von LANA DEL REY ordentlich aufgepimpt wird. Die Fifties leben, da gibt’s überhaupt kein Vertun! In diesem Sinne folgt auch das druckvolle „Lucky Guy“, ehe „What You Want“ die Geschwindigkeit eine Idee drosselt und Feelgood-Sounds offeriert, die zum Mitklatschen und Finger schnipsen einladen. Die Glücksbringerin RIHANNA ist auf „Game Day“ indirekt auch erneut mit von der Partie: Ihr „Diamonds“ setzt die Tradition von „Umbrella“ (für das es übrigens in der BASEBALLS-Bearbeitung über 20 Millionen Youtube-Klicks gabe!) fort und zeigt sich ebenso temperamentvoll wie die übrigen Neuvertonungen der Jungs. „King Kong“ streift mit einem sehr präsenten Kontrabass Psychobilly-Gefilde, um schließlich mit „Sun On A Black Sky“ des Rockers Herz nach Art des Hauses zu erweichen. „Push Another Button“ setzt beschwingt nach und mit „United State of Mine“ endet der Silberling in der Deluxe-Version schließlich ebenso rhythmusbetont wie emotionsgeladen.

Diese umfangreichere Darreichungsform sei dem geneigten Hörer unbedingt ans Herz gelegt, da die fünf letztgenannten Tracks absolut hörenswert und ganz klar fester Bestandteil von „Game Day“ sind. Mich können THE BASEBALLS“ mit ihrem jüngsten Baby uneingeschränkt begeistern und selbst wenn der Wiedererkennungsmoment bei den Eigenkompositionen fehlt, bringen auch diese Lieder alles mit, um Spaß zu machen. Bei THE BOSSHOSS hat die Abkehr vom reinen Covern ja auch geklappt, hoffen wir also, dass auch die BASEBALLS-Fans das Potenzial ihrer Helden erkennen, die mit den zwölf bzw. 17 Tracks mal wieder nichts anbrennen lassen und natürlich die ganze Herrlichkeit ab Mitte April auch live zu Gehör bringen werden. Ich freu’ mich schon drauf!

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