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THE BASEBALLS - Hot Shots

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Artist THE BASEBALLS
Title Hot Shots
Homepage THE BASEBALLS
Label ELECTROLA
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Basti, Sam und Digger haben sich in den letzten Jahren ein wenig rar gemacht. Natürlich konnten die Jungs von THE BASEBALLS wie alle anderen Künstler auch coronabedingt seit Monaten nicht auf Tour gehen, aber die Veröffentlichung des letzten Albums „The Sun Sessions“, welches die Musiker vermutlich nicht nur ihren Fans, sondern auch sich selbst zum zehnten Bandjubiläum geschenkt hatten, liegt schon wieder 3 ½ Jahre zurück. Für die Aufnahmen ist das Trio in die legendären Sun Studios nach Memphis/Tennessee gereist, um dort die erfolgreichsten und beliebtesten Songs im Original-Elvis-Set-up einzuspielen. Nun muss man den Herren jedoch auch zugutehalten, dass der neueste Streich „Hot Shots“ ja eigentlich auch bereits im vergangenen Herbst erscheinen sollte, aber wegen des allgegenwärtigen und sehr lästigen Virus erst jetzt das Licht der Plattenläden erblickt hat.

Unter ‚Homeoffice-Bedingungen‘ (O-Ton Digger) entstanden die Aufnahmen zu „Hot Shots“ in Reutlingen, Berlin und Münster, und auch die THE-BASEBALLS-Band war erneut mit von der Partie! Thematisch geht es mit dem siebten Studio-Output in die Eighties – bzw. beamt das Dreigestirn die Achtziger in die Fünfziger und betritt dabei gleich mit dem Opener Neuland: „Rock Me Amadeus“ (FALCO) ist nämlich das erste Stück, das die Kapelle in deutscher Sprache vorträgt. Ansonsten bleiben sich die Herren treu und hauen knackige Rockabilly-Sounds raus, die es daher auch mit KIM WILDEs „Kids In America“ auf die Ohren gibt. Die Nummer ist bereits jetzt einer meiner Favoriten und wird garantiert auch ganz schnell auf den Setlists zu finden sein (Anfang 2022 soll es wieder auf Konzertreise gehen!). „Forever Young“ (ALPHAVILLE) atmet knallbuntes Barbershop-Feeling und mit BOBBY MCFERRINs „Don’t Worry, Be Happy“ unterstreichen THE BASEBALLS nicht nur ihren Optimismus, sondern fangen auch mit vollem Bläsersatz den Flair von LOUIS JORDANs legendärer Little Big Band ein – die Ukulele bringt dazu sogar noch eine Prise Hawaii ins heimische Wohnzimmer. Dass die drei Rampensäue nicht nur genial covern können, sondern auch ihre Eigenkompositionen absolut hörenswert sind, beweist das soulige „A Little Bit“, ehe sich Digger für „Jump“ (VAN HALEN) die Blues-Harp schnappt und ein Duell mit Gitarrist Till Kersting vom Zaun bricht. So stelle ich mir spontanes Jammen in einem abgerockten Juke-Joint irgendwo im Delta südlich von Memphis vor! Aus den Südstaaten geht’s direkt nach Skandinavien – genauer gesagt nach Norwegen, um AHAs „Take On Me“ feurigen Hüftschwung zu verpassen. Gleiches ist auch „Mambo“ von HERBERT GRÖNEMEYER passiert, bevor zu ABBAs „Super Trouper“ geschmachtet werden darf. Bei diesem Track spielen Sam, Bast und Digger mal wieder nach allen Regeln der Kunst mit ihren Vocals – auch dieses Lied erwarte ich unbedingt live on stage! „Wake Me Up Before You Go Go“ von WHAM! bietet sich uneingeschränkt für das aktuelle BASEBALLS-Projekt an, ebenso wie der „Ghostbusters“-Titelsong, wobei noch ein anderer Film die Kinosäle in den achtziger Jahren zu füllen wusste. Dieser Streifen spielte 1963 – also durchaus im Dunstkreis des BASEBALLS-Sound. Die Rede ist selbstverständlich von „Dirty Dancing“, dessen Hymne „Time of My Life“ hier mit einer gutgelaunter Baritongitarre ums Eck kommt. THE CURE sind hingegen nicht unbedingt als Frohnaturen bekannt, aber selbstredend gelingt es dem flotten Dreier, auch deren düsteren Überhit „Boys Don’t Cry“ eine muntere Note angedeihen zu lassen. Erstaunlich ruhig geht es stattdessen beim finalen „Paradise City“ zu. Hier haben sich THE BASEBALLS eines Songs von GUNS‘N‘ROSES angenommen, der in einer reduzierten, jedoch nicht weniger gelungenen und durchaus emotionalen Darreichungsform kredenzt wird.

Es macht einfach Laune, den 14 Liedern auf „Hot Shots“ zuzuhören. THE BASEBALLS haben hörbar Bock und mit jedem Track steigt die Vorfreude auf einen Live-Gig, denn von Angesicht zu Angesicht macht der Fifties-Sound einfach noch mehr Spaß, weil die drei Hauptprotagonisten mit ihrer Band schlicht eine mitreißende Show abliefern. Bis dahin behelfen wir uns mit der Konservenkost und ich gehe von einem textsicheren Auditorium aus, immerhin haben wir es hier mit ‚Hot Shots‘ zu tun, die sowieso jeder kennt und wer noch nicht sattelfest ist, hat ja noch genügend Zeit zum Üben und Vorfreuen.

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