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THE BEAUTY OF GEMINA - A Stranger to Tears

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Artist THE BEAUTY OF GEMINA
Title A Stranger to Tears
Homepage THE BEAUTY OF GEMINA
Label DANSE MACABRE
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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6.5/10 (12 Bewertungen)

Die Schweiz ist ja nun nicht unbedingt als Exportland für aufstrebende Goth Rock Bands bekannt sondern eher für Schokolade, Berge, ihre Neutralität und Nummernkonten. Das soll sich aber nun ändern. Nach ihrem Erstlingswerk „Diary of a Lost“ legen THE BEAUTY OF GEMINA kaum ein Jahr später mit „A Stranger to Tears“ nach. Und ganz ehrlich, ich frage mich, warum diese Formation bisher so spurlos an mir vorbeigegangen ist. Die Herren Sele, Vinzens, Luzio und Mungo legen hier ein Stück Tonkunst vor, das wohl jeden Düsterrocker freudig erschauern lassen dürfte. Leider ist auf der Bandhomepage nicht zu ersehen, seit wann man bereits zusammen musiziert, aber es hört sich an, als hätte man schon vor 25 Jahren Musik gemacht und kann sich damit locker zwischen den SISTERS OF MERCY oder THE MISSION einreihen.

Natürlich wurde alles etwas moderner gemacht und mit kleinen elektronischen Spielereien aufgepeppt, aber der Grundtenor orientiert sich doch eher an den düsteren Gitarrenbands der Anfangstage. Gleich der Einstieg mit „Galilee Song“ ist ausgesprochen stark und erinnert mich sehr an GPKISM, eine Visual Kei Band, die ich vor gar nicht allzu langer Zeit besprochen habe. Im Grunde sind die Parallelen sogar ausgesprochen verblüffend. Und hier wird auch klar, wieso ich auf den SISTERS OF MERCY Vergleich komme, klingt Michael Sele doch stellenweise mehr als nur ein wenig nach Andrew Eldritch. So soll es dann auch bei den nächsten 15 Titeln weitergehen, aber wer glaubt, dass das schnell langweilig werden könnte, der hat sich geschnitten. Durch etliche Variationen ist „A Stranger to Tears“ ein ausgesprochen abwechslungsreiches Album geworden. Bei „Shadow Dancer“ wird es dann das erste Mal elektronischer und würde sich sicher gut auf jeder Tanzfläche machen. So sie denn dunkel und eingenebelt genug wäre. Drei Schritte vor und drei zurück, sie bewegen sich im Einheitsschritt. Drei Schritt zurück und drei Schritt vor in ihrem schwarzen Trauerflor… Und wo wir gerade bei Trauerflor und dunkler Disco sind: „Lonesome Death of a Goth DJ“, ist ein Stück, das ich jedem ans Herz legen möchte. Erstens musikalisch und zweitens aufgrund des Textes. Und hier wird auch klar, dass man, wie schon auf dem Erstling, Fröhlichkeit eher vergeblich sucht. Die großen Themen sind Schmerz, Verzweiflung, Einsamkeit, aber auch eine große Portion Sehnsucht. „Heart of a Gun“ hingegen hat einen echten Kopfnicker Beat und man erwischt sich schnell beim Mitsingen. „Into Black“ und „One Day“ decken dagegen mehr die Balladenecke ab, bevor es mit „Last Kiss“ wieder lauter und auch elektronischer zugeht. Zum Schluss greift man dann noch mal zu den Gitarren und rockt sich durch „Tell me why“ und „Wishful Promise“, um dann mit dem leisen und pianounterstützten Instrumentalstück „Essai Noir“ das Ganze ausklingen zu lassen.

„A Stranger to Tears“ ist ein sehr vielfältiges und komplexes Werk, bei welchem man nach und nach immer neue und tolle Elemente entdeckt und das man gar nicht oft genug hören kann. 75 Minuten Gänsehaut sind garantiert. Und damit werde ich mich jetzt in den Reigen der enthusiastischen Kritikerstimmen einreihen und THE BEAUTY OF GEMINA eine große Zukunft prophezeien. Zumindest wünsche ich es ihnen.

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