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THE BLUESTATION - Over The Top

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Artist THE BLUESTATION
Title Over The Top
Homepage THE BLUESTATION
Label SHOTGUN RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Ich will mal dahingestellt lassen, ob die Bandbiografie auf der BLUESTATION-Homepage der Wahrheit entspricht oder einfach nur starker Tobak ist, der dem Trio ein wildes, von viel Alkohol und etlichen Frauen begleitetes Leben am Rande der Legalität bescheinigen soll. Wahrscheinlich sind die Herren Jack F. Knight (drums & vocals), Mike Henry Leak (guitar) und Z. Rivers (bass) ganz liebe Finnen aus „Hell“sinki, die eigentlich auch ganz anders heißen, aber immerhin wie der Teufel rocken! Man sollte sich nämlich nicht vom Bandnamen THE BLUESTATION täuschen lassen, Blues kommt zwar vor, aber im Vordergrund steht bei dem Trio knochentrockener Stoner- und Grunge Rock, der es in sich hat.

Daheim in Finnland ist „Over The Top“ bereits Ende 2007 erschienen, jetzt haben wir auch endlich das Vergnügen mit dem zweiten Silberling des raubeinigen Dreiers, der mit „Over The Top“ hoffentlich nicht auf den unsäglichen Stallone-Film gleichen Namens anspielt. Der Titeltrack bringt auf jeden Fall deutlich mehr Substanz mit und gibt gleich zu Anfang ordentlich Gas. Wer mit Einsetzen des Gesangsparts an Chris Cornell (SOUNDGARDEN, AUDIOSLAVE) bzw. Eddie Vedder (PEARL JAM) denkt, liegt mit mir auf einer Linie. Fast könnte man bei dem Song von einer „Grunge-Gedächtnisnummer“ sprechen, die ausnehmend kraftstrotzend ausgefallen ist. Mit „Bigger Than Jesus“ geht es wunderbar dreckig weiter, bevor „Pink Sneakers“ mehr Tempo macht und den Blues beschwört. Tiefer gelegte Langäxte treiben den Stoner „All Right Now“ nach vorn, dann lassen die Finnen mit „Love Danger“ temperamentvollen Garagenrock vom Zügel. Der durchdringende Bass von Z. Rivers beherrscht das staubtrockene „Roadkill“, das Assoziationen an endlose Highways in flirrender Hitze wach werden lässt. Mit „Pour Hommes“ gehen THE BLUESTATION erneut in die Vollen, nur um mit „Suecide“ wieder in schleppend-schepperndes Midtempo zu verfallen. „Way Back Home“ gehört leider zu den schwächeren Tracks des Albums, hier hätte ein wenig mehr Drive gut getan, dafür lässt es „Boner“ temporeich krachen und auch „Shotgun“ gefällt mit druckvollen Gitarren und Seventies Psychodelika. Zu guter Letzt hauen die Nordlichter mit „Allman & Western“ noch einen frickeligen Rocker raus, der „Over The Top“ standesgemäß beendet.

Was ihre Vita angeht, machen die drei Protagonisten von THE BLUESTATION vielleicht ein bisschen zu sehr auf dicke Hose. Musikalisch haben sie dafür einiges zu bieten, wenn man auf eine furztrockene, schnörkellos rockende Kombi aus Stoner, Grunge, Garage und Blues steht.

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