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THE BOSSHOSS - Dos Bros

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Artist THE BOSSHOSS
Title Dos Bros
Homepage THE BOSSHOSS
Label UNIVERSAL
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.0/10 (3 Bewertungen)

Kinder, wie die Zeit vergeht! Ist es wirklich schon zehn Jahre her, dass „Internashville Urban Hymns“, das Debüt von THE BOSSHOSS, in die Plattenläden gekommen ist? Achtmal gab’s seither Platin für die Spree-Cowboys und ich bin mir sicher, dass auch das aktuelle, achte Studio-Album „Dos Bros“ ganz oben in den Charts mitspielen wird, denn Boss Burns und Hoss Power haben mit ihrer fünfköpfigen Instrumentalfraktion mal wieder alles gegeben. Zum Zehnjährigen gönnen die Hauptstädter ihren Fans sogar eine Doppel-CD, denn es wird wieder eifrig gecovert! Für die eigenen Songs waren die Jungs derweil in Nashville/Tennessee, um authentische Country- und Western-Atmosphäre einzufangen und sich zudem noch mit ortsansässigen Songwritern zum musikalischen Austausch zu treffen.

Es muss sich um ziemlich fruchtbare Sessions gehandelt haben, denn die neuen Stücke können sich absolut hören lassen! Den Anfang macht gleich einmal ein vergleichsweise ungewöhnlicher Track, denn die Dark-Country-Nummer „Wait For Me“ erinnert nicht nur ein wenig an den Singer-/Songwriter-Rebellen TOWNES VAN ZANDT, sondern zeigt mit viel Schmackes direkt die dunkle Seite des Countrys: Knast, Drogen und Gewalt sind beherrschende Themen, aber natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz. Währenddessen erzählt die knackige Vorab-Single, die auch den Titel des Longplayers trägt, mit staubigen Desert-Gitarren, treibenden Beats, catchy Hooklines und weiblicher Gesangsunterstützung die Story der Brüder Boss und Hoss. Für das Video im Russ-Meyer-meets-Roberto-Rodriguez-Style konnten die Herren übrigens das deutsche Top-Modell Franziska Knuppe gewinnen. So in Fahrt gekommen, übernimmt das galoppierdende „Joyridin’“ mit coolen JOHNNY-CASH-Gedächtnis-Vocals, wohingegen das nachfolgende „Today, Tomorrow, Too Long, Too Late“ von ELIVS PRESLEYs „Suspicious Minds“ inspiriert worden sein dürfte. „I Like It Like That“ ist ein forscher R’n’B-Arschwackler, bei dem sich Old- und Newschool die Hand reichen, bevor das temperamentvolle „Star of The Roadcrew“ das Gebläse auf den Plan ruft und „She Is A Little B“ rhythmusbetont nach vorn drängt. Mit „Tennessee Woman“ lehnen sich die Jungs kurzfristig in ihren Schaukelstühlen auf der Veranda zurück, ehe zu „I’m Coming Home“ gemeinschaftlich und in bester Southern-Rock-/Nu-Folk-Manier in den Sonnenuntergang gecruist wird. Nachdem die Füße kaum einmal still standen, schaltet die Piano-Ballade „Lady JD“ im Seventies-Gewand einen Gang zurück, um schließlich auf der Zielgeraden noch einmal Prärie-Feeling aufkommen zu lassen. „A Cowboys Work Is Never Done“ heißt der Song, mit dem THE BOSSHOSS ihre eigene Working-Class-Hymne geschaffen haben und der seine schneidigen Military-Drums BÄM! verdankt – der von PETER FOX gegründeten Berliner Äcademy For Marching Drums.

Soweit der Silberling 1 namens „Dos“, doch da ist ja auch noch „Bros“, die ganz spezielle Cover-Langrille, für die nicht nur die „The Voice of Germany“-Kollegen NENA, XAVIER NAIDOO und REA GARVEY ins Boot geholt wurden, auch THE COMMON LINNETS und AURA DIONE sind mit von der Partie. Letztere ist mit ihrem Song „Geronimo“ vertreten, der mit zackigen Banjos zum Squaredance-Gassenhauer wird, wohingegen sich THE BOSSHOSS gemeinsam mit den holländischen Kollegen THE COMMON LINNETS des DOLLY-PARTON-Klassikers „Jolene“ annehmen und gemeinsam eine dramatisch rockende Gänsehaut-Fassung abliefern. Herr Naidoo schenkt dem mächtig groovenden „Do Diggity“ (im Original von BLACKSTREET) seine Stimme, Mr. Garvey ist beim emotionalen „Walking Away“ (CRAIG DAVID) am Start und NENA hilft auf DAVID GUETTAs „What I Did For Love“ mit, dem Titel ordentlich Druck zu verleihen. Das Duo THE GRAVELTONES ist Spezialist für knackige Mucke, davon durfte sich die THE-BOSSHOSS-Anhängerschaft bereits bei der „Flames-of-Fame-Tour vor zwei Jahren überzeugen. Die beiden Exil-Aussies waren seinerzeit mit auf Konzertreise und sorgen jetzt bei der JOHN-LEE-HOOKER-Nummer „Boom Boom“ dafür, dass es am besungenen Bumms nicht mangelt. Im Alleingang kümmern sich die Großstadt-Kuhjungen schließlich noch um MARILYN-MANSONs „The Beautiful People“, das ebenfalls keine Wünsche offen lässt, was ebenso für 50 CENTs HipHop-Hymne „Candy Shop“ gilt, die ja bereits von den BASEBALLS gekonnt durch die Cover-Mühle gedreht worden ist. Bei Boss Burns und Hoss Power klingt das Stück noch mal ein paar Grad cooler und empfiehlt sich somit jetzt auch für einen Tarantino-Film. Der MACKLEMORE&RYAN-LEWIS-Ohrwurm „Thrift Shop“ gerät in ihren Händen zum frischen Country-Remake und LIONEL RICHIEs „Easy“ zum entspannt-beschwingten Gutelaune-Song.

Schwer zu sagen, welche CD ich mehr empfehlen soll. Beide machen nämlich  uneingeschränkt Spaß und zeigen THE BOSSHOSS in bester Spiellaune. Von Ermüdungserscheinungen ist bei den Berlinern definitiv nichts zu spüren und so sind sie mit „Dos Bros“ erneut auf der Höhe der Zeit. Ihr Songwriting ist absolut unverbraucht und auch das Covern haben Alec „Boss Burns“ Völkel, Sascha „Hoss Power“ Vollmer und Crew nicht verlernt.

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