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THE BOSSHOSS - Electric Horsemen

Artist THE BOSSHOSS
Title Electric Horsemen
Homepage THE BOSSHOSS
Label ELECTROLA
Leserbewertung

„Electric Horsemen“ ist das mittlerweile zehnte Studioalbum von Alec Völkel und Sascha Vollmer. Die beiden Berliner kennt man allerdings besser als Boss Burns und Hoss Power. Die Musiker lernten sich 2004 im Job kennen und dort entstehen nicht nur die meisten Ehen, sondern eben auch Freundschaften und mitunter auch Bands. THE BOSSHOSS war geboren und die Jungs verdienten sich ihre ersten Sporen mit den Country-Coverversionen bekannter Songs, ganz vorn dabei war die Langnese-Kampagne, denn im selben Jahr hörte man „Like Ice In The Sunshine“ in der Variante der Spree-Cowboys. Ein Major-Plattendeal mit Universal saß auch noch drin und wer dachte, dass es mit einer Platte dann aber auch getan wäre, sieht sich jetzt, beinahe zwei Jahrzehnte später, eines Besseren belehrt.

Vom reinen Covern (was jedoch hinsichtlich des Anspruchs nicht zu unterschätzen ist, schließlich werden die Lieder in einem fremden Genre ganz neu arrangiert) hat sich das Septett bereits mit dem zweiten Album „Rodeo Radio“, das 2006 erschien, verabschiedet. 2013 veröffentlichten sie mit der sechsten Langrille „Flames of Fame“ die erste Platte, die ausschließlich eigene Kompositionen erhielt. Was die Herrschaften sich über all die Jahre allerdings konstant bewahrt haben, ist eine enorme Coolness, die verbunden mit handwerklichem Können und zwei sehr sympathischen Frontern, dafür gesorgt hat, dass sich alle Studioalben bestens verkauft haben.

Da macht auch der aktuelle Silberling keine Ausnahme; bis auf #7 ist „Electric Horsemen“ schon geklettert und auch bei mir läuft der Longplayer in heavy rotation. Der Country-Einschlag ist etwas weniger präsent, dafür haben funkelnder Las-Vegas-Glam und tanzbarer Studio-54-Groove Einzug in den THE-BOSSHOSS-Sound gehalten. Der Titeltrack eröffnet den bunten Reigen mit knackigen Melodien, ehe dank „You“ ein erstes Highlight auf dem Programm steht. Als Gast bei dieser beschwingten Ohrwurm-Nummer agiert die Country-Pop-Ikone ILSE DeLANGE am Mikro – übrigens nicht die erste Kollaboration der Niederländerin mit den Hauptstädtern: 2005 performte sie den DOLLY-PARTON-Hit „Jolene“ gemeinsam mit ihrer Combo COMMON LINNETS und THE BOSSHOSS. Mit „Dance The Boogie“ bitten selbige mit viel Schmackes auf den Glamrock-Dancefloor, ehe sich das „Country Girl“ auf die Kernkompetenzen des Siebeners besinnt und „Electric“ Tempo macht. „Best Friends Forever“ ist eine kraftvolle Country-Hymne, für die sich die Band der Unterstützung von MICHAEL PATRICK KELLY versicherte, während das treibende Hillbilly-Metal-Brett „Nice But No“ gemeinsam mit den Metalcorern von ELECTRIC CALLBOY zum Besten gegeben wird. „What Would a Woman Do?“ fragen sich die Herren mit ordentlich Schwung und Gebläse, bevor „Set Me On Fire“ einen Gang zurückschaltet, dabei jedoch nichts von seinem coolen Groove einbüßt. Gleich darauf steht mit „Ride With Us“ ein gut gelaunter Kopfnicker auf dem Programm, der umgehend ins Ohr und auf die Hüften geht. So in Stimmung gekommen, lassen sich die „Three Little Words“ auch hervorragend mitgrölen. Wer jetzt allerdings denkt, es müsse sich dabei um ‚I love you‘ handeln, ist auf der falschen Spur: ‚fuck you too‘ ist hier die bisweilen sehr befreiende Ansage. Bleibt noch das finale „Never Say Never“, mit dem sich THE BOSSHOSS ebenso temperamentvoll verabschieden wie sie gestartet sind.

Im September und Oktober sind THE BOSSHOSS darüber hinaus auf großer DACH-Tour – ein hochenergetisches Ereignis, das man sich nicht entgehen lassen sollte!

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