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THE CLASH - The Rise and Fall of The Clash (DVD)

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Artist THE CLASH
Title The Rise and Fall of The Clash (DVD)
Homepage THE CLASH
Label WARNER MUSIC
Leserbewertung
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Muss man über THE CLASH wirklich noch viele Worte verlieren? Sie waren eine der einflussreichsten Punkbands („Und was ist mit den SEX PISTOLS?“, höre ich die Leser fragen. Nein, die hab ich nicht vergessen, aber die SEX PISTOLS sind bekanntlich mehr oder weniger eine Erfindung von Malcom McLaren, dem es mehr ums Provozieren und Auffallen ging, weniger um die musikalische Seite), die aber nicht dem Punk verhaftet blieben (und die mit „London Calling“ und „Sandinista“ ihre besten Alben vorlegten), sondern die sich zu etwas Eigenständigem entwickelten und damit vor dem Schicksal bewahrt wurden, mit dem Ende der Punk-Ära ebenfalls in der Versenkung zu verschwinden. Okay, letztlich verschwanden sie ebenfalls da, aber eben nicht, weil sie von den Leuten vergessen wurden, sondern weil die Band sich durch diverse interne Querelen selbst in Wohlgefallen auflöste.

Der Schwerpunkt der Dokumentation „The Rise and Fall of The Clash“ liegt dabei auch auf diesem Zerfallsprozess, zu dem die meisten noch lebenden ehemaligen Bandmitglieder und viele Weggefährten zu Wort kommen. Aber eine Kritik an dieser etwas ungleichen Verteilung (und am Titelelement „The Rise …“, wenn es doch mehr um „… the Fall …“ geht) ist letztlich nicht gerechtfertigt, denn die Ursprünge der Band lassen sich einfach viel kompakter erzählen als der schleichende Untergang – auch wenn der Film bei den Ursprüngen genau genommen ein klein wenig verspätet einsetzt und nicht ganz bis an den Anfang geht, was vom Zuschauer ein gewisses Maß an Grundwissen über THE CLASH voraussetzt. Wenn schon inhaltliche Kritik geübt werden soll, dann vor allem in dem Punkt, dass dem Manager Bernie Rhodes alle Schwarzen Peter zugeschoben werden, die man nur finden kann, um ihm die Schuld am letztlichen Untergang der Band zu geben. Das mag gerechtfertigt sein, zumindest wenn man die Interviewpartner des Regisseurs hört, aber es ist und bleibt eine sehr einseitige Angelegenheit, da Rhodes selbst zu keiner Zeit zu Wort kommt. Es heißt, er habe eine Mitwirkung an dieser Dokumentation abgelehnt, aber über die Gründe kann man nur spekulieren. Fakt ist, dass alle Äußerungen zu seiner Person unwidersprochen bleiben und man entweder glaubt, was über ihn gesagt wird, oder alles mit einer gewissen Skepsis sieht
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Und wenn wir schon beim Kritisieren sind: „The Rise and Fall of The Clash“ ist ursprünglich fürs Kino produziert worden und hat mit ca. 95 Minuten eine normale Länge. Warum aber nicht der Platz genutzt wird, den eine DVD bietet, um eine deutlich längere Fassung (oder Bonusmaterial) und damit einen noch größeren Kaufanreiz zu liefern, das wird wohl leider ein Rätsel bleiben. Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass diese Dokumentation weitestgehend gelungen und nicht nur für Fans von THE CLASH eine Anschaffung wert ist, sondern für jeden Musikinteressierten, der hier Geschichte hautnah erleben kann.

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