Band Filter

THE CULT - Born into this

VN:F [1.9.22_1171]
Artist THE CULT
Title Born into this
Homepage THE CULT
Label ROADRUNNER
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.0/10 (2 Bewertungen)

THE CULT ging 1984 aus Ian Astburys Band THE SOUTHERN DEATH CULT hervor, trotzdem kann man solch einem Bandnamen nur Größenwahn oder Understatement attestieren. Doch die Rechnung ging auf, Hits wie „She sells sanctuary“, „Fire woman“ oder „Sweet soul sister“ sollten noch in so manch gut sortiertem Ü30 – Haushalt zu finden sein. Nach etlichen Stiländerungen (von Post-Punk, Goth bis Hardrock), Besetzungswechseln und zwei Auflösungen kommt nun nach erneuter Wiedervereinigung 5 Jahre nach „Beyond good and evil“ eine neues Album auf den Markt, dass das Quartett in Europa im Vorprogramm von THE WHO promoten konnte.

Und wem Astburys charismatischer Gesang und die exponierte Gitarrenarbeit von Weggefährten Billy Duffy bislang begeisterte, den wird auch dieses Werk nicht enttäuschen. Früher öfter anzutreffende experimentelle Songstrukturen und sperrige Arrangements sind einem Grad an Eingängigkeit gewichen, mit dem der gemeine WHO-Konzert-Besucher klar gekommen sein sollte. Aber wer nun annimmt, mit zunehmendem Alter hätten die Herren einen Gang zurück geschaltet, der wird schnell eines besseren belehrt. Sei es der Titelsong als Opener, die Single “Dirty little Rockstar“ oder „I Assassin“ – das ist purer und rauer Rock, mit ungebremst viel Dampf unterm Kessel. Während nicht nur „Citizens“ als typischer Stadion-Rock-Song tief in den 80ern verwurzelt ist, verschließt man sich bei „Diamonds“ auch nicht jüngeren Einflüssen. „Holy Mountain“, in der Mitte des Sets platziert, markiert eine kleine Zäsur im JOHNNY CASH–Style auf dem schmalen Grad zum Kitsch, ehe es hart, schnell und laut weitergeht. Bei Midtempo-Nummern wie „Tiger in the sun“ (mit leider etwas gefälligem Refrain) fühlte ich mich streckenweise an Frühwerke von THE MISSION und Wayne Hussey erinnert und auch bei „Sound of destruction“ hat Astburys Stimmgewalt etwas passend unterkühlt und bedrohliches.

Mit 10 Songs und 41 Minuten Spielzeit hätte der Output durchaus üppiger ausfallen dürfen und an (C)-Kultalben wie „Love“ oder „Electric“ reicht „Born into this“ nicht ran, trotzdem haben THE CULT ihre Diskographie um ein gradliniges Rock-Album erweitert, das für eine weitere gelungene Reunion steht.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

THE CULT - Weitere Rezensionen

Mehr zu THE CULT