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THE CURE - 4:13 Dream

VN:F [1.9.22_1171]
Artist THE CURE
Title 4:13 Dream
Homepage THE CURE
Label SURETONE/ GEFFEN
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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6.3/10 (3 Bewertungen)

Als ich noch so richtig hungrig aufs Leben war (und ich hoffe, ich bin es immer noch!), da befürchtete ich oft, es könnte zu kurz sein und ich würde vielleicht aus irgendeinem tragischen Grund nicht alt. „Du hast wohl in Deiner Jugend zuviel CURE gehört“ wurde diese Sorge dereinst von einem Weggefährten kommentiert. Da mag was dran sein. 12 CURE Alben vornehmlich aus den 80ern und 90ern verschmelzen Jahre später sicherlich nicht ohne Verklärung guter, alter Zeiten zu einem ganz speziellen Lebensgefühl, das man den Gleichgesinnten der eigenen Generation nicht erklären braucht. Wenn sich nun also die Musik- und Stilikonen der Sturm- und Drangzeit endlich zu einem neuen Output entschließen, hat man dann nicht per se die rosarote Brille auf? Erwartet man dann nicht die absolute in Musik gegossene Essenz dieses Lebensgefühls, das ganz große Kino, von der ersten bis zur letzten Sekunde? Und diese Erwartung kann „4:13 Dream“ nicht ganz, aber über weite Strecken erfüllen. Noch immer sind Frustprinz Smith und seine Soulmates Gallup (Bass), Thompson (Gitarre) und Cooper (Drums) darauf aus, in fast 53 Minuten ein Kaleidoskop ab- und tiefgründiger Stimmungen unter ein Volk zu bringen, das sich selbst nie als Mainstream bezeichnen wird. Jeden 13. eines Monats wurde die treue Gefolgschaft diesen Sommer bereits vier Mal mit einer Single-Veröffentlichung angefüttert, um nun endlich dem neuen Opus in Gänze lauschen zu können.

Und gleich beim Opener wird nicht gekleckert, sondern geklotzt und das vom Allerfeinsten. Ein wunderbar episches, verschlepptes Wave-Instrumentalintro liefert Melancholie pur und jagt mir gleich Tränen in die Augen. Psychedelisch verzerrter Gesang und die CURE-typische Saitenarbeit von Gallup und Thompson verschaffen „Underneath the stars“ eine vergleichbare Sogkraft wie Frühwerke à la „The Forest“. Schwupps, „The only one“ springt mal eben in die Gute-Laune-Ecke und orientiert sich in der eigenen Discografie stark am Flow von „Just like heaven“. Anachronismus aller Orten, den die Fans lieben allenthalben verzeihen werden. Wer außer Smith kann einen schwermütigen Schunkler wie „Sirensong“ schon mit so jaulig-schönem Timbre singen. „The real Snow White“ und „Switch“ sind rockiger als gewohnt ausgefallen, doch findet man mit z.B. „This, here and now with you“ auch melodieseelig Düsterpoppiges. Zum Ende wird noch mal ordentlich aufgedreht, das dynamische „Sleep when I’m dead“, der klaustrophobische Albtraum „The Scream“ und das arschtretende „It’s over“ zeigen noch mal ganz deutlich, dass die Jungs immer noch lieber verstören als sich anzubiedern.

Himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt sind mal wieder eine Menge feine Melodien für die hohe Kunst des Trübsalblasens zusammengekommen, von denen sich die jüngeren Kajalstiftverschwender (Smith wird bald 50) immer noch ne Scheibe abschneiden können. Mit abgeschlossener Adoleszenz und entsprechend emotionaler Festigung wird die Scheibe zum puren Hörgenuss und reift mit jedem Hördurchgang zu noch nicht abzusehender Größe.

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