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THE CURE - The Cure (Deluxe Edition: Enhanced CD + DVD)

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Artist THE CURE
Title The Cure (Deluxe Edition: Enhanced CD + DVD)
Homepage THE CURE
Label I AM/ GEFFEN RECORDS
Veröffentlichung ..
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Was tut man, wenn man sich selbst für tot erklärt und dann doch keine Lust darauf hat, tot zu sein? Robert Smith dürfte damit Erfahrung haben, hat er doch seit Jahren immer wieder angekündigt, der jeweils aktuelle Longplayer sei der definitiv letzte. So auch 1999, als „Bloodflowers“ veröffentlicht wurde – und bei der herausragenden Qualität des Albums hatte ich es ausnahmsweise geglaubt! Um so perplexer war ich, als sich im Interview-Teil der Trilogy-DVD herauskristallisierte, THE CURE hätten Pläne für ein neues Album. Und eigentlich glaube ich es erst jetzt so richtig, wo ich den selbstbetitelten Silberling in Händen halten und im Player rotieren lassen kann.

Robert Smith schien sich und seinen Mannen eine kreative Frischzellenkur verordnet zu haben, denn Herangehensweise und Aufnahmetechnik unter Produzent Ross Robinson (Korn, Slipknot, Soulfly) unterschieden sich radikal vom sonstigen Procedere. „This album was recorded live in a candlelit room & mixed very loud in the dark…“ kann man dazu im Booklet nachlesen – und auf der zusätzlich enthaltenen DVD mit Videoaufnahmen aus dem Studio auch sehen und hören. Diese Art von Liveaufnahme brachte es nicht nur mit sich, dass das komplette Album danach in nur 3 Tagen fertig abgemischt war, sondern hatte auch zur Konsequenz, dass entgegen sonstiger Gepflogenheiten die Lyrics vor dem Einspielen der Musik schon komplett fertig sein mussten. Also igelte sich Mr Smith für einen Monat komplett ein, um mal eben mehr als 20 Texte zu verfassen. Diese drehen sich im Allgemeinen um Zwischenmenschlichkeiten, Verlust und Selbsterkenntnis; sprechen große Dinge in kleinen Worten an.

Musikalisch bin ich einmal mehr erstaunt, wie THE CURE es auch mit dem mittlerweile 15. Studioalbum schaffen, anders als beim Vorgänger zu klingen und trotzdem sich selbst treu zu bleiben. Dennoch ist der Einfluss von Ross Robinson gerade bei den ersten Tracks deutlich hörbar, die für Cure-Verhältnisse ziemlich heftig und rau ausgefallen sind. Das vierte Lied ist das vorab ausgekoppelte Singlestück „The End Of The World“, welches trotz der bitteren Thematik catchy und beschwingt daherkommt. Das folgende „Anniversary“ ist mein ganz persönlicher Favorit: sehr melodisch und verhalten, melancholisch, fast schon deprimierend, irgendwie endgültig. Offensichtlich sind die Zeiten nicht vorbei, in denen man sich durch THE CURE-Lieder heulen kann. Doch da ist „Taking Off“, das fröhlich und ausgelassen den Silberstreif am Horizont markiert. Hätten THE CURE es nur auf einen Charterfolg abgesehen, hätte dieses Lied die erste Single werden müssen und wahrscheinlich problemlos an Erfolge wie mit „Friday, I’m in Love“ anknüpfen können. Jedoch hatte man stattdessen den Anspruch, ein dunkles und härteres Album aufzunehmen, was die nächsten Tracks wieder deutlich machen. Gerade das 10minütige „The Promise“ stellt dahingehend einen Höhepunkt des Albums dar und erinnert vom Klanggerüst her ein wenig an das ebenfalls epische Titelstück der „Bloodflowers“-Platte.

Es lohnt sich aber nicht nur, die Scheibe im normalen Player laufen zu lassen, sondern man sollte sie durchaus einmal in das CD-Laufwerk des Rechners legen. Als besonderes Schmankerl kann man über das erscheinende Interface zu einer Art „restricted area“ der offiziellen Homepage vordringen. Dort erwarten den Fan ein Videointerview mit Robert Smith sowie Fotogalerien aus dem Studio und einzelne Bildern des CD-Artworks, welche von Roberts Nichten und Neffen gezeichnet wurden. In Zukunft sollen auf diesem Teil der Website auch noch Demoaufnahmen des Albums präsentiert werden. Für Sammler interessant sein dürfte die Tatsache, dass die Doppel-LP-Version von „The Cure“ im Gegensatz zur normalen CD 15 statt 12 Tracks enthält (+ „Truth Goodness and Beauty“, „Fake“ und „This Morning“). Die Deluxe Edition mit zusätzlicher DVD bietet „Truth Goodness and Beauty“ immerhin als Videomitschnitt aus dem Studio.

THE CURE schaffen es schlussendlich auch noch nach ca. 25 Jahren Bandgeschichte, frisch und innovativ zu klingen, ohne sich gängigen Trends anzubiedern. Im Gegenteil, man wirft unnötigen Ballast über Bord, besinnt sich auf alte Stärken und spielt diese gekonnt heraus. Das Ergebnis ist ein weiteres verdammt geniales Album der Engländer und nicht nur für Fans interessant. Bleibt inständig zu hoffen, dass dieser hochwertige Silberling zwar „the definite Cure-album“ ist – das absolute Album, das wie kein anderes vor ihm das gesamte Schaffen der Band repräsentiert – aber noch lange nicht das letzte!

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