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THE DEAD LOVERS - Supernormal Superstar

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Artist THE DEAD LOVERS
Title Supernormal Superstar
Homepage THE DEAD LOVERS
Label SPY SATELLITE
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Support-Acts haben es häufig nicht leicht. Insbesondere, wenn außerhalb der Konzert-Venue noch die Sonne lockt und der Name des Anheizers im Vorfeld nicht unbedingt groß angekündigt wurde. Unter den vorgenannten Bedingungen habe ich Anfang September Bekanntschaft mit den DEAD LOVERS gemacht, die im Kölner Gebäude 9 für SIVERT HØYEM eröffneten. Nicht ahnend, was mich mit Miss Lula und Wayne Jackson erwarten würde, traf mich der Rock’n’Roll-Americana-Sound des Duos vergleichsweise unvorbereitet und gleichzeitig so nachhaltig, dass ich mir umgehend das Langspiel-Debüt „Supernormal Superstar“ der seit 2011 gemeinsam agierenden Combo besorgen musste.

Gemeinsamer Nenner bei Lula und Wayne scheint BELA B zu sein, der nicht nur beim geheimnisumwitterten „The Storm“ trommelt, sondern auch schon in eigener Sache mit den beiden Hauptprotagonisten von THE DEAD LOVERS zusammengearbeitet hat. Im vergangenen Jahr zog es das deutsch-britische Duo, das bisweilen um weitere Bandmitglieder erweitert wird, nach San Diego in das The Lost Ark Studio, um dort den Erstling aufzunehmen. Nun bringt man mit der Mucke auf „Supernormal Superstar“ tatsächlich eher endlose amerikanische Highways als die verstopfte Berliner Stadtautobahn oder Motorways im Nordwesten Großbritanniens in Verbindung. Angefangen beim treibenden Opener „One More Time“, über das groovende „Baby Fuck That“, welches an LEE HAZLEWOOD erinnert (für den Hauptstadt-Lady Lula auch schon Songs geschrieben hat) bis zum flirrenden „59 Yards“, mit dem sich wirklich vortrefflich Meilen auf staubigen Fernstraßen fressen ließen. THE DEAD LOVERS fesseln mit einer Mucke, welche die Sixties mit einem kreativen Mix aus Rock’N’Roll und Americana auferstehen lässt und schlicht Spaß macht und ins Bein geht. Bisweilen darf auch mal auf das Feinste geschmachtet werden; etwa mit dem entschleunigten „Lonely“, bevor „Special K“ mit viel Twang wieder Gas gibt und „The Specialist“ sich äußerst cool anschließt. „Darkness“ führt in countryeske Gefilde, die vom ausdrucksstarken Zwiegesang der beiden Protagonisten geadelt werden. „Kill Me“ übernimmt derweil wenig später mit einer gehörigen Portion Rhythmus und auch die „Freak Show“ geht mit viel Wumms über die Bühne, ehe das laszive „Smash Up“ im Kopfkino Bilder einer Burlesque-Darbietung abspult. Bleibt noch „Big World“, das den Silberling mitsamt prägnanter Lap Steel Guitar hörenswert beendet.

Die zwölf Tracks auf „Supernormal Superstar“ präsentieren sich absolut abwechslungsreich und verschmelzen gleichzeitig zu einem stimmigen Ganzen. Der Herr aus Manchester und die Dame aus Berlin sind schlicht ein gutes Beispiel für gelungene grenzübergreifende Joint Ventures, was sich nicht nur auf die unterschiedlichen Musikstile bezieht, sondern auch die eingesetzte Instrumentierung, die mit außergewöhnlichen und seltenen Amps, Gitarren und Effektgeräten der Fünfziger und Sechziger Jahre gespielt und auf diese Weise einen spannenden Handmade-Sound geschaffen hat, der uneingeschränkt zu begeistern weiß.

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