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THE DEAD SOUTH - Sugar & Joy

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Artist THE DEAD SOUTH
Title Sugar & Joy
Homepage THE DEAD SOUTH
Label DEVILDUCK RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

THE DEAD SOUTH aus Regina in Saskatchewan/Kanada sind eine Rockband ohne Drummer und eine Bluegrass-Band ohne Geiger. Stattdessen überzeugen Nate Hilts (Gitarre & Gesang), Scott Pringle (Mandoline, Gitarre & Gesang), Danny Kenyon (Cello) und Colton Crawford (Banjo) durch die Art und Weise wie sie ihre Saiteninstrumente spielen und sind mit einer derartigen Spielfreude gesegnet, dass es dem temperamentvollen Sound der Kanadier an nichts fehlt. Davon konnte man sich im Frühjahr bereits auf ihren Europa-Tour überzeugen und dort gab es auch schon erste Songs des neuen Albums „Sugar & Joy“ zu hören.

Der dritte Streich wurde erstmals nicht daheim in Regina geschrieben und aufgenommen. Stattdessen reiste der Vierer zu Jimmy Nutt ins legendäre Muscle Shoals Studio nach Alabama und vielleicht konnte eine Nummer wie der Bluegrass-Stomper „Alabama People“ auch nur dort geschrieben werden. Zumindest kanalisiert die Kapelle in dieser Outsider-Hymne ihre Erfahrungen im nervenaufreibenden und schönen Süden. Im Übrigen bleiben sich THE DEAD SOUTH treu und servieren einfach eine großartige, handgemachte Folk-Bluegrass-Musik, die mit dem beschwingten „Act of Approach“ einen vielversprechenden Anfang nimmt. Die erste Single „Diamond Ring“ entpuppt sich als echter Kracher und liefert sogleich die Weisheit mit, dass echte Liebe nicht käuflich ist. Dank des traditionellen Banjo-Riffs auf der zweiten Auskopplung „Blue Trash“ gibt es auch was für die Bluegrass-Puristen auf die Ohren – wohlgemerkt in einem Stück, das davon handelt, keine Bluegrass-Band zu sein. „Black Lung“ übernimmt im absolut tiefenentspannten TDS-Style, während das ebenso croonige wie strange „Fat Little Killer Boy“ nicht nur für gute Laune, sondern auch mit einer entsprechenden Textzeile für den Titel der Langrille sorgt. Derweil kommt mit dem „Broken Cowboy“ chilliges Western-Feeling auf, bevor das instrumentale „Snake Man Pt. 1“ den Weg für das beschwingte „Snake Man Pt. 2“ ebnet und das verspielte „Heaven In A Wheelborrow“ die Füße endgültig nicht mehr stillstehen lässt. In diesem Sinne schließt sich auch „Crawdaddy Served Cold“ an, ehe das gefühlvolle „Spaghetti“ den Fokus auf Cello und Mandoline lenkt. „Distance Oneself“ dient schließlich als kleiner instrumentaler Abschluss, dann ist die Platte nach rund 40 Minuten auch schon Geschichte.

Zum Glück gibt es ja die Repeat-Taste und es lohnt sich, diese häufiger zu drücken, denn es gibt an allen Ecken und Enden noch Haken und Ösen zu entdecken. Denn THE DEAD SOUTH haben mit „Sugar & Joy“ ein wirklich spannendes Album gemacht, das schon mal verrückte Dinge zusammenbringen kann und auch textlich einiges zu bieten hat. Bis die sympathischen Jungs wieder nach Deutschland kommen, müssen wir allerdings noch bis zum nächsten Frühling ausharren. Aber ich kann versichern, dass sich das Warten lohnt und die Zeit mit der alten und neuen Konservenkost bestens überbrückt werden kann!

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