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THE DEAD WEATHER - Horehound

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Artist THE DEAD WEATHER
Title Horehound
Homepage THE DEAD WEATHER
Label THIRD MAN RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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8.7/10 (3 Bewertungen)

Wenn Musiker nicht ausgelastet sind, gründen sie gern eine Supergroup. Als aktuelles Beispiel seien THE DEAD WEATHER genannt, die von Jack White (THE WHITE STRIPES/ THE RACONTEURS – daneben versucht sich der umtriebige Herr auch als Schauspieler und hat im vergangenen Jahr mit ALICIA KEYS den James-Bond-Titelsong gesungen) initiiert wurden. Mit von der Partie sind bei der Alternative-Rockband, deren Wiege in Nashville/ Tennessee steht, außerdem Alison Mosshart (Sängerin, Gitarristin und Bassistin bei THE KILLS), Gitarrist Dean Fertita (QUEENS OF THE STONE AGE) und Bassist Jack Lawrence (THE RACONTEURS/ THE GREENHORNES). Eben erst gegründet, haut das Quartett auch gleich das erste Album namens „Horehound“ raus, das zu hören ich bereits das Vergnügen hatte.

Eigentlich sollte es nur eine Single werden, nämlich „Hang You Up From The Heavens“ (die dann auch zusammen mit dem GARY-NUMAN-Cover „Are Friends Electric“ als 7-Inch erschienen ist), wahrscheinlich hat das Quartett jedoch der kreative Overkill gepackt und innerhalb kürzester Zeit wurde ein kompletter Longplayer in Jacks Third-Man-Studios eingespielt. Das Ergebnis sind elf energiegeladene Stücke, die eindeutig Mr. Whites Handschrift tragen, dabei aber auch die illustren Mitstreiter nicht zu kurz kommen lassen. Insbesondere Miss Mosshart, die neben ihrem Job am Sechssaiter auch am Mikro aktiv ist, sorgt mit ihrer eindringlichen Stimme dafür, dass gleich der leicht psychedelische Opener „60 Feet Tall“ aufhorchen lässt. Für die druckvollen Drums der Vorabsingle ist der Chef persönlich verantwortlich, doch auch sein Namensvetter am Bass weiß bei der Seventies-Nummer zu gefallen, bevor mit „I Cut Like A Buffalo“ ein Mix aus Sixties-Orgelsound und Reggae-Vibes für groovige Mucke sorgt. Spannungsgeladen schließt sich „So Far From Your Weapon“ an, um mit „Treat Me Like Your Mother“ in die Vollen zu gehen. Was eben noch nach basslastigem Funk klang, bringt mit „Rocking Horse“ staubtrockenen Wüsten-Rock ins Spiel – inklusive Gesang vom Mann hinter der Schießbude. „New Pony“ (im Original von BOB DYLAN) kracht mit brachialem Bluesgeschrammel aus den Boxen, während „Bone House“ mit psychedelischen Rhythmen in Ohr und Hirn kriecht. Nicht minder verstörend wirkt das instrumentale „3 Birds“, dann übernimmt „No Hassle Night“ mit stoischen Gitarrenriffs und hypnotischem Gesang, der beim finalen „Will There Be Enough Water?“ von White und Mosshart zum Duett ausgebaut wird. Nach dem schrägen Gebolze vorheriger Songs, gibt es zum Schluss bei THE DEAD WEATHER schleppenden Blues mitsamt Klaviergeklimper und einer fast greifbaren Vorstellung von flirrender Süsstaaten-Hitze.

„Horehound” ist der englische Name für eine Nesselart, die zu den Heilpflanzen gezählt wird. Inwieweit der „Gewöhnliche Andorn“ womöglich auch bewusstseinserweiternde Eigenschaften hat, vermag ich nicht zu sagen. Es würde mit Sicherheit gut zum Album „Horehound“ passen, mit dem THE DEAD WEATHER ganz tief in die Sechziger und Siebziger eingetaucht sind. Nicht eben radiotauglich, aber ungemein gelungen!

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