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THE DELTA SAINTS - Death Letter Jubilee

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Artist THE DELTA SAINTS
Title Death Letter Jubilee
Homepage THE DELTA SAINTS
Label DIXIEFROG
Leserbewertung
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Die DELTA SAINTS sind ein typisches Beispiel dafür, dass Schule nützlich ist. Denn ohne das Nashville College, welches die Musiker besuchten, hätten sie sich wohl nicht kennen gelernt, hätten nie angefangen zusammen zu musizieren und womöglich auch nie die EPs „Pray On“ und „A Bird Called Angola“ veröffentlicht. Und natürlich dürfte ich jetzt nicht über ihren neuesten Longplayer namens „Death Letter Jubilee“ referieren.

Was machen die DELTA SAINTS eigentlich für Musik? Nach dem ersten Hören dieser CD (übrigens in einem sehr schönen Digi verpackt) war ich mir da selbst nicht ganz so sicher. Ich glaube auch nicht, dass die Band sich ein Genre gesucht hat, um darin zu versumpfen. Vielmehr hat man jeden erdenklichen Fusel probiert und gemischt um ein eigenes Gebräu zu destillieren. So sollten mir im Laufe dieser CD (Delta) Blues, Rock, Rockabilly, Psychedelic bis hin zu dezenten Jazzanleihen begegnen, die das Verdauen dieses Gebräus beim ersten Mal nicht einfach machten. Doch trotz Protest meiner Leber setzte ich erneut an und gönnte mir eine weitere Runde. Irgendetwas war an diesem Fusel, was mir gefiel. Und genau diese zweite Runde hatte ich auch gebraucht. Ich fand Geschmack daran. Sei es das rhythmische „Liar“ als Einstieg, oder aber das folgende „Chicago“ das mich mit der herrlich typischen Mundharmonika überzeugt. Dieser Sound sollte allen bekannt sein, die z.B. die alten Alben der ROLLING STONES ihr Eigen nennen. Ab und an hört man auch seichte Bläser heraus. Eines der Stücke, das sich wirklich in meinem Gehör festgebrannt hat, folgt mit „Jezebel“. Dieser Song steigt nur mit Gesang ein, unterstützt von Fußstampfen und Klatschen, ehe nach einer Weile die Mundharmonika als auch die stilistisch typische Akustikgitarre zum Einsatz kommen. Ein herrlicher Lagerfeuer-Blues, wie er nicht besser sein könnte (einer dieser Songs, die man mit steigendem Pegel gern mal mitgröhlt). Nach dem folgenden flott rockenden „Boogie“ dann ein weiteres Kleinod mit Namen „Out to sea“. Ähnlich wie „Jezebel“ kommt man hier auch ohne elektrische Unterstützung aus. Das Album steigert sich von nun an mit jedem Stück etwas. Seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht es mit „Drink it slow“. Man achte bei ca. 3 Minuten auf das wilde Solo an der Gitarre. Hier ist Gänsehaut angesagt. Später sollte noch „Old Man“ einen ähnlichen Effekt erzeugen. Der anfängliche sanfte Blueser steigert sich in eine Psychedelic-Arie hinein, die man wohl am ehesten mit einer wilden Jamsession vergleichen kann. Und auch der Sound kann sich hören lassen. Das Material klingt so, wie man es von Delta Blues erwarten soll.

Final stellt sich die Frage, für wen dieses Gebräu denn interessant ist? Klar, Fans alter STONES (speziell „Exile On Main St.“) sollten ein Ohr riskieren, aber auch Anhänger der guten alten TITO & TARANTULA (es gibt Momente, wo ich an „Angry Cockroaches“ oder „Jupiter“ denken musste). Nicht zuletzt aber sollten logischerweise alle die dieses Album antesten, die schon die EPs ihr eigen nennen. Allerdings gilt hier, wie meist im Blues: Wer es bisher nicht mochte, wird sich auch hiervon nicht überzeugen lassen. Denn innovativ oder gar einzigartig ist es nicht – es macht einfach „nur“ tierisch Spaß, und das ohne Leberschaden.

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