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THE DEVIL WEARS PRADA - With Roots Above And Branches Below

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Artist THE DEVIL WEARS PRADA
Title With Roots Above And Branches Below
Homepage THE DEVIL WEARS PRADA
Label FERRET
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.8/10 (15 Bewertungen)

Endlich! Endlich ist es da – das Album, das dem massenflussartigen Einheitsbei der mittlerweile doch ziemlich in Belanglosigkeit verkommenden EmoCore-Szene mal den Tritt in den Hintern versetzt, den diese genauso verdient wie benötigt hat. Nerviges Gejammer, langweilige Melodien, aufgesetzte Härte und wenig mitreißende Texte sind die Attribute, die man der Musik und der einst so boomenden Szene in der letzten Zeit attestieren musste – und gleichzeitig sind sie auch genau das Gegenteil von dem, was man auf dem neuen Erzeugnis von THE DEVIL WEARS PRADA erwarten darf. „With Roots Above And Branches Below“, seines Zeichens Werk Nummer drei der 2005 gegründeten Formation, macht im Vergleich zum an sich schon gelungenen Vorgänger „Plagues“ einen besonders in Sachen Songwriting gehörigen Sprung nach vorne und reißt jeden auf dem Genre niedergegangenen Staub und Spinnenweb mit sich fort.

Bereits der Opener „Sassafras“ verpasst dem Rezipienten ohne jegliches Vorgeplänkel eine derart schallende Ohrfeige, dass man erst mal ehrfürchtig zurück taumeln mag. Shouter Mike Hranica geht direkt von 0 auf 200 und schreit dermaßen los, dass man sich wirklich darüber wundern darf, dass das Mikro da überhaupt noch etwas wiedergibt, anstatt vor Angst zu verstummen. Weniger verwunderlich ist, wenn man sich selbst dabei erwischt, wie man nach dem anfänglichen Rückzug nun die Flucht nach vorne antritt, um so näher an die laut aufgedrehten Boxen heran zu stürmen. Denn was einem daraus entgegen schallt, ist nämlich weniger wunderlich als wunderbar! Aus dem druckvoll-kernigen Bassgrund, auf den gnadenlos harte Drums niederschlagen, erhebt sich das wunderschöne Riffing von Chris Rubey und Kollege Jeremy DePoyster, der zudem wieder mit stimmigem Cleangesang auftrumpft. Dieser fällt zwar immer noch herrlich kitschig aus – so wie man es von älteren Klangwerken kennt und wie es sich für das Genre auch gehört – wirkt aber in keinster Weise übertrieben oder deplatziert. Mehr noch, in manchen Kompositionen wie etwa „Danger Wildman“ sorgt er für wahren Ohrwurmcharackter. Jeremy präsentiert sich dabei angenehm abwechslungsreich und tonsicher, ergo keine Überraschung, dass man ihn mit „Louder Than Thunder“ eine lupenreine und gefühlvolle Ballade singen lässt, die sich als eines der zahlreichen Highlights der Scheibe präsentiert. Diese sind ansonsten natürlich bei den ganz klar dominierenden härteren Tönen zu finden. Überhaupt hat man in Sachen Härte noch mal ordentlich nachgelegt, womit sich die Scheibe als wahres Brett präsentiert. Schlagzeuger Daniel Williams gönnt seinem Instrument mal eben überhaupt keine Nettigkeiten und drischt mit bestialischer Wucht und noch mehr Klasse darauf ein, dass es einem durch Mark und Bein geht. Da hat es aber einer mal sowas von drauf! Gleiches gilt für die beiden erwähnten Herren an den Äxten, die auf dieser LP so viele geniale Riffs abfeuern, wie man bei anderen Bands in der gesamten Discographie nicht findet. Allen voran der unfassbar gut herausgearbeitet Geniestreich in „Dez Mois“ nach gut anderthalb Minuten: Gänsehaut! Doch als wenn all das noch nicht genug für einen Pflichtkauf der Scheibe wäre, gibt es bei dem Sextett aus Dayton, Ohio ja noch den Mann am Keyboard: James Baney. Dieser setzt dem ganzen Kunstwerk noch die Krone auf und untermalt das von unbändiger Wucht getriebene und mit Breakdowns gespickte Liedgut mit tranceartigen Beats. Hat da etwa jemand den Kollegen von ENTER SHIKARI über die Schulter geschaut? Die perfekte Ergänzung zum gnadenlosen Saiten-, Shout- und Drum-Soundwall; vor allem, da sich die synthetischen Sounds nie in den Vordergrund stellen, sondern als grandioses Begleitwerk für eine einmalige Stimmung sorgen. Sei es bei „Assistant to the regional manager“ auf der seichten Schiene oder bei „I hate buffering“ und „Lord Xenu“ eher treibender. Fantastisch!

„With Roots Above And Branches Below“ ist ein EmoCore-Album, das mich seit langem endlich wieder in Begeisterung versetzt. Shouts, Growls und Gesang ergänzen sich perfekt, das Drumming knallt derartig, dass es bei entsprechender Lautstärke locker den Herzschlag ersetzen könnte und wenn die Gitarren nicht gerade zusammen mit dem Bass von Andy Trick alles in Schutt und Asche legen, liefern sie wunderschöne Soli und Melodien ab, wobei sich letzteres auch noch mit den herrlichen Electro-Parts des Keyboards vor allem in Sachen Stimmung ergänzt. Man sieht James Baney förmlich vorm inneren Auge seine typischen Sprünge auf seinem Instrument vollführen! Mir gehen die lobenden Worte aus! Dabei bräuchte ich eigentlich noch welche, um die einwandfrei Produktion und die Entwicklung von THE DEVIL WEARS PRADA noch weiter zu lobpreisen. Diese sind sich voll und ganz treu geblieben, der Wiedererkennungsfaktor bleibt also nicht nur durch den bandtypischen Hang zu seltsamen Songtiteln wie beispielsweise „Big Wiggly Style“ (mit schönen Streicher-Parts) erhalten. Die sechs Jungs haben sich einfach weiterentwickelt – und das zu wirklich ausgezeichneten Musikern, die hier eine äußerst beeindruckende Kostprobe ihres Könnens geben: fast 41 euphorisierende Minuten auf 11 Tracks verteilt, die allesamt weit über Durchschnitt liegen. Um mir dennoch nicht vorwerfen zu lassen, dass ich es mir einfach machen würde, in dem ich sage: „alle Songs sind absolut empfehlenswert“ (auch wenn dem wirklich so ist), sei an dieser Stelle vor allem „Dez Moines“, „Assistant to the regional manager“ und „Wapakalypse“ ans Herz gelegt – Lust auf den Rest bekommt ihr dann schon von ganz alleine. Nicht umsonst ging das Ding im Amiland von Null auf Platz 11 in den Bilboard Charts. THE DEVIL WEARS PRADA – und selbst er wird dieses Album lieben!
Alexander Vogt

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Schon der 2007er-Vorgänger „Plagues“ war eine modern-Metalcore-Granate vor dem Herrn – mit dem dritten Werk setzten die Christen-Jungspunde noch mächtig einen drauf und werden 2009 zu ihrem Jahr machen. In den US of A ist das mittlerweile dritte Album glatt mal auf 11 in die Charts gerauscht! Damit landet man schon jetzt kommerziell auf einem ganz anderen Level, dem man sich auch musikalisch anpasst.

Noch verfeinerter erschallt der vielschichtige Sound des Sechsers, was vor allem für den Gesang gilt, der im Genre ganz klar die Nase vorn hat. KreischBrüllGrowl kann ja jeder, aber gerade die cleanen Parts machen das Salz in der Suppe aus. Dazu gesellt sich eine ganz feine Orchestrierung, die den leicht melancholischen Grundsound noch morbider ertönen lässt. Die fette Produktion tut ein übriges, um die fiesen Breakdowns noch brutaler klingen zu lassen, die rasenden Gitarren und das hektische Schlagzeug werden jeden Pit zum Kochen bringen. Der Opener „Sassafras“, der absolute Überhit „Assistant to the Regional Manager“ oder das ganz groß angelegte „Big Wiggly Style“ sind derzeit im Genre von niemandem zu toppen. Brutalität gepaart mit Fragilität und Progressivität quellen hier perfekt kombiniert aus den Boxen hervor. Die SchwedenTod-mäßige Aggro-Bombe „Danger Wildman“ mit NIGHTWISH-artigen Bombast-Einschüben und Emo-Parts ist trotz des sich wild anhörenden Mischmaschs extrem flüssig zu hören und einfach rund komponiert.

Was man von allen 11 Tracks sagen kann. Die extrem metallisch riffende Granate „Wapakalypse“ killt genauso, wie die sehr überraschende und sehr gelungene Piano-Ballade „Louder than Thunder“! Damit sollte man LINKIN PARKs Schmonzetten locker den Rang ablaufen! Mit diesem Werk ist den Jungs der ganz große Wurf gelungen, an dem alle anderen Kollegen derzeit nicht vorbei kommen können.
MOSES

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