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THE DOORS - When You’re Strange (DVD)

VN:F [1.9.22_1171]
Artist THE DOORS
Title When You’re Strange (DVD)
Homepage THE DOORS
Label ARTHAUS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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Filme über die DOORS gibt es längst jede Menge – Spielfilme, Dokumentationen, Konzertmitschnitte. Dennoch hat Tom DiCillos aktuelles Werk seine Berechtigung: Zum einen, weil die Faszination dieser Band auch vierzig Jahre seit ihrer Auflösung noch immer ungebrochen ist, aber auch, weil DiCillo bisher unbekanntes Material verwenden konnte und für sein Dokumentarfilm-Debüt eine exzellente Bildersprache gewählt hat.

Die Stärke dieses Films liegt vor allem in der geschickten Zusammenstellung der Archivaufnahmen. DiCillo nutzt beispielsweise Ausschnitte aus Kurzfilmen, die der Filmstudent Morrison selbst drehte, und fügt sie mit anderen Elementen zusammen, um schon ganz zu Anfang ohne große Erklärungen den Mythos darzustellen, der sich um den DOORS-Sänger aufgebaut hat. Morrison fährt durch die Wüste und hört im Radio die Nachricht von seinem eigenen Tod: Besser kann man die Unsterblichkeit nicht ins Bild setzen. Johnny Depp als Sprecher ist zudem natürlich auch hervorragend gewählt: Selbst wenn er zu jung ist, um die DOORS zu ihren besten Zeiten bewusst erlebt zu haben, verkörpert der Schauspieler doch eine ähnlich nonkonformistische, spirituelle Freigeistigkeit wie Jim Morrison – und passt mit seiner warmen, unaufdringlichen Stimme hervorragend zum Soundtrack der DOORS.

Die Fakten verliert DiCillo zwar nie aus den Augen, aber sie sind nicht das Hauptanliegen dieses Films. Spannend schildert er die Entwicklung der vier Musiker zwischen dem selbstbetitelten Debüt von 1967 bis zu „L.A. Woman“ von 1971, aber im Gegensatz zu vielen anderen Rockumentarys findet diese Entwicklung nicht im luftleeren Raum statt. DiCillo gelingt es, ein Bewusstsein für das Amerika zu schaffen, aus dem die DOORS hervortraten, ein Bewusstsein für das Kalifornien der Sechziger, für die Surferstrände und die LSD-befeuerten Ausflüge in die Wüste, aber auch für eine repressive Gesellschaft und die allgegenwärtige Gewalt – ob gegen Bürgerrechtler, Demonstranten oder in Vietnam. Dementsprechend sind hier auch weniger die sattsam bekannten, polierten Fernsehauftritte zu sehen, sondern viele ungeschminkte Ausschnitte aus Konzerten, bei denen Polizisten mit versteinerten Gesichtern die Bühne flankieren, während Morrison sich zwischen ihren Füßen auf dem Boden wälzt. Bilder, die unmissverständlich klar machen, dass Rockmusik zu jener Zeit keine Ware, sondern wirklich eine subversive, gegenkulturelle Kraft war.

Dennoch, die DOORS werden in „People Are Strange“ nicht verklärt und auf keinen Sockel gestellt. DiCillo bringt die entscheidenden Elemente, die zu ihrem Erfolg beitrugen, perfekt auf den Punkt und seziert ihre musikalischen Wurzeln ebenso wie die prägende Zusammenarbeit mit dem Produzenten Paul Rothchild. Aber er geht nicht der Legende um Jim Morrison auf den Leim, sondern zeigt den Sänger aus den verschiedensten Blickwinkeln, als getriebenen Poeten, leidenschaftlichen Sänger und sperrigen, komplizierten Menschen. Wie in Doktor Jekyll steckte auch in Morrison ein zerstörerisches Alter Ego, von Ray Manzarek „Jimbo“ genannt, der mit seiner Unberechenbarkeit und Trunksucht eine große Belastung für die Band darstellte und zum Ende von Morrisons Leben immer öfter die Kontrolle übernahm. Auch Jimbo hat seinen Platz in diesem Film – doch überlässt es der Film dem Zuschauer, sich selbst ein Urteil über schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn zu bilden.

Für DOORS-Fans ist dieser Film aufgrund der zahlreichen bisher ungezeigten Aufnahmen, seien es Morrisons Kurzfilme oder die vielen Szenen hinter der Bühne im Studio und bei privaten Treffen, ohnehin ein Muss. Allen anderen Musikfans ist er ebenfalls zu empfehlen – als perfekt auf den Punkt gebrachtes, unterhaltsames, stimmig erzähltes Stück Musikgeschichte.

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